SESSION Irish Stories

In Johnny Barrys verwahrlostem Hinterhof gibt es ein tunnelähnliches Loch. Das wurde vor ewigen Zeiten von Johnny Barrys altem Hund gegraben, auch wenn es von einem Dachs zu stammen scheint, der irgendwann die Sache satt bekam und beschloss, sich anderswo häuslich niederzulassen. Eine wildwuchernde Hecke wächst jetzt darüber, und manchmal, beim richtigen Wind, ist das Loch noch zu sehen. Der Hund hat längst das Zeitliche gesegnet.
Johnny Barry überließ den Hinterhof seinem Schicksal und arbeitete sein Leben lang als Leiter des lokalen Postamtes. Er hatte das Postamt vor etwas weniger als zehn Jahren verlassen, und zu seiner Zeit war es eine Welt in Zeitlupe gewesen. Einfach die Rente abzuholen, konnte eine Ewigkeit dauern. Aber Fehler kamen nicht vor, und es gab keinen Grund, das Wechselgeld zu zählen. Es war also kein Wunder, dass er, als in seinem Fernseher die bunten Zahlen fielen, seinen Lottozettel eine halbe Stunde lang studierte, ehe er wirklich glaubte, dass er gewonnen hatte.
Sein Gehirn, das normalerweise keine Probleme machte, wurde fast panisch, ihm wurde schwindlig, so sehr, dass er Pat fast vergessen hatte. Den großen Fehler seines Lebens. Der Alkoholiker Pat, Sohn seiner Schwester Maura, die unverheiratet gestorben war. Johnny verfluchte den Tag, an dem er Pat bei sich aufgenommen hatte. Pat, der schlief, aß, trank und düster vor sich hinstarrte, war eine Prüfung, und Johnny Barry hatte seltsamerweise Pats Alter, 36, auf dem Lottozettel angekreuzt. Diese Zahl wurde als dritte gezogen. Aber Pat würde nichts bekommen. Obwohl er das Haus und die Rechnungen erben könnte, denn Johnny würde an einen Ort übersiedeln, wo der Wind einen Bogen um die Stellen macht, an denen Menschen sich versammeln, und wo der Regen sich nur in Naturprogrammen auf einem 26 Zoll-Fernsehschirm sehen lässt.

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