Der Bericht

Die Zeit wird für mich mit jedem Tag kostbarer. Über
Zeit zu verfügen und sie nicht gewinnbringend nutzen
zu müssen, scheint mir etwas vom Schönsten zu sein,
was der Mensch erleben kann. Nicht, dass ich nichts
täte. Nur muss das Tun keinen unmittelbaren Nutzen
erbringen. Es darf sinnlos, spielerisch, verlorene Mühe
sein. Ich will dem Maschinenmenschendasein
zumindest alle paar Tage für eine Weile entkommen.
Die vorherrschende Verlorenheit rührt nicht von einer
Verirrung, sondern von einer Erstarrung in einem
Zustand permanenter Unsicherheit. Man ist zugleich
erstarrt und hyperaktiv. Man bewegt sich nicht vom
Fleck und ist dennoch ruhelos. Der Segen der Moderne
erweist sich als Fluch. Um diesen erreichten Standard
der ruhelosen Erstarrung aufrecht zu erhalten,
verkaufen wir unseren Geist. Einer der Sätze, die wir
dagegen halten könnten, ist: Ich will nicht! Doch wie
schwach erweist sich dieser Wille gegenüber dem
abstrusen grossen Ganzen, das niemand mehr zu fassen
vermag, und das trotzdem funktioniert und stampft und
rast, einer unkontrollierbaren Höllenmaschine gleich.

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