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Neulich in der Trottelhölle ll.
Mittwoch, 14. April 2010, 09:41 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Österreich ist ein Land, in dem die Polizei sofort auf der Matte steht und Hausdurchsuchungen durchführt, wenn das Nazisschen Strache, der Chef der FPÖ, bei seinen Veranstaltungen Stimmen hört. So sollen vom ORF angestiftete Skinheads als Agents provocateurs “Sieg Heil” gerufen und dafür kassiert haben. Das ist natürlich Bullshit, aber die Bullerei jettet Tags drauf in die Studios des ORF und verlangt die Herausgabe aller Bänder. Sonst? Beugehaft.

Vor mehr als einem Jahr verlustierten sich eingeborene Neonazis in Mauthausen mit netten Sieg Heil-Späßchen, pöbelten und griffen eine Gruppe Überlebender an. Die Staatsanwaltschaft hat bis heute noch nichts unternommen. “Lausbubenstreiche” heißt das dann.

Zur Zeit rückt man in Wiener Neustadt, in Pröllen-County, militanten Tierschützern in Prozessen mit dem sogenannten “Mafiaparagrafen” zu Leibe. Das kommt auch gut.

Im “Standard” war zu lesen: Im Prozess in Wiener Neustadt trat nun als Zeugin Chefinspektorin Bettina Bogner vom Landeskriminalamt Wien auf und erklärte, die Aktivität der Angeklagten sei dadurch gekennzeichnet, dass es kaum verwertbare Spuren - Sachbeweise wie DNA, vergessene Gegenstände, Erkenntnisse aus der Telefonüberwachung - gebe.

Das ist schon mal höchst verdächtig. Und weiter:

Dies, so führte die Chefinspektorin laut Presseberichten aus, sei aber trotzdem als Hinweis auf organisiertes kriminelles Vorgehen zu werten, solange in Internetforen über Tipps zur Vermeidung von Spuren diskutiert werde. Also, wer im Internet Spurenvermeidung diskutiert oder auch nur liest, ist tatverdächtig bis zur Anklagereife, auch wenn es gegen ihn keine Sachbeweise gibt.

Nun, wer die Geschichte ein wenig weiterdenkt, weiß, aus welcher Richtung das Justitia-Schwert heransausen wird. Wie immer in Ösi-County, wo die Vorliebe für alles Totalitär-Halbgare Legende ist, und man sich am Liebsten beim Heurigen zuschüttet oder vor prominenten Affen auf den Knien rumrutscht, damit man besser ans zu leckende Arschloch herankommt, will man es sich nicht zumuten, wirklich zu arbeiten, sondern man steigt gleich in die Vollen. Also:

Der Verdächtigste aller Verdächtigen ist jener, der überhaupt keine Spuren hinterlässt. Dies unterstreicht nur seine Verschlagenheit und zeigt die Gefahr, die von ihm ausgeht. Es kann also nicht sein, dass jemand, dem keine Verbrechen nachgewiesen werden können, einfach freikommt. Im Gegenteil. In diesem Fall ist die Höchststrafe auszusprechen.


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