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Requiem für Shithole Fazzebokk
Samstag, 31. März 2018, 09:47 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Vor ungefähr 10 Jahren war ich mal bei Fazzebokk. Ein befreundeter Künstler hatte mich beinahe beschworen, mir einen Account zuzulegen und mir versprochen „meine ganzen Freunde auf dich zu hetzen“, was dann auch geschah. Ich hatte innerhalb von Minuten etwa 250 Freunde. Nun gings fuckin’ los! Huja!

Nach drei Tagen drängte sich immer mehr die Frage auf, wann denn all die „Kinstler“ arbeiten tun, wenn sie dauernd in Fazzebokk irgendwelchen Schaas teilten und kommentierten? Es war krass öd. Nur ein einziges Mal gab es so etwas wie eine kontroverse Diskussion über Drogen. Danach schlaffte die Sacche wieder ab, und mir wurde klar, dass Fazzebokk nicht dazu da war Kontroversen zu führen, sondern Bestätigung zu evozieren.

Wie fuckin’ langweilig!

Ich stieg aus. Löschte den Account, machte aber einen für den Verlag auf. Das war auch interessant. 500 Likes für ein neues Buch aus dem Programm, aber keine einzige fuckin’ Bestellung. Es schien so, dass mit dem Likeclick zu dem Buch es auch schon gekauft, gelesen und im Regal versorgt war.

Als ich dann einen Text hineinstellte, für den ein schneller Leser mindestens zwei Minuten brauchte, und ich nach 5 Sekunden zurückkam, weil ich etwas vergessen hatte, prangte darunter schon das erste „Like“.

Das ertrug ich nicht. Schluss damit.

Es gibt einen berühmten Autor, der seine Fehde mit einer anderen berühmten Autorin auf Fazzebokk austrug und sich dann beschwerte, dass er mit Dreck beworfen wurde. Als beschwere sich ein Arschloch, der auf einer Müllkippe hauste, dass da andere herkamen um Dreck abzuladen.

Ich kam darauf, dass die viele Fazzebokk-Nutzer, die nur unter Androhung von Folter eine Firma wie McDonalds betreten würden, sehr wohl wussten, dass sie Member einer der größten Drecksfirmen der Welt waren. Nur: Sie waren bereits süchtig. So süß der Müll, den sie mit anderen teilten, und so erschreckend der Gedanke, dass, wenn sie nicht mehr dabei waren, sich kein Schwein mehr um ihre Idiosynkrasien scheren würde. Solo. Lonley. Plötzlich einsam. Addicts. Hypokrits.

Let it die!

Oder verabredet euch auf Fazzebokk um gegen Fazzebokk zu protestieren.


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