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Tiere
Montag, 21. Oktober 2013, 18:14 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Gestern stieß ich rein zufällig auf einen Zeitungs-Artikel über “Katzen in der Literatur”, oder so. Ganz zum Schluss kam auch mein Kurzroman “Die Katzen von Kapsali” zur Sprache, und der Autor schrieb, dass es in meinem Buch darum ginge, dass ich 3 Katzenbabys vor wilden Hunden gerettet habe. Das stimmt insofern, als man auch sagen könnte bei einer Besteigung des Mount Everest ginge es darum einen Rucksack auf den höchsten Berg zu tragen.

Am Abend skypte ich mit einem Freund und der hatte sich gerade 2 junge Katzen zugelegt, die, während wir skypten, abwechselnd auf seinem Kopf Platz nahmen. Nun ja. Chacun à son gout. Bei mir hätten sie das nicht gedurft. Ich kenne die Katzen. Aber der Homo Sapiens neigt dazu, allerlei menschliches in die Tiere hinein zu projezieren, wobei es bei den Tieren meistens nur um zwei Dinge geht: Fressen und Sex.
(Ja, ja, ich habs gehört: Wieso bei Tieren?)

Die besten Projezierer sind die Hundehalter. Darum sehe ich mir gerne Hundeflüsterer-Sendungen im TV an. Köstlich. Und wenn man durch Wiens Straßen geht, wo man alle zwei Meter auf die HundMenschMaschine stößt, kommt man zum Schluss, dass der Mensch offenbar einen Hang zur Unterwerfung hat, aber damit dieser Drang zum Führer nicht so offen zu Tage tritt, schaffen sie sich einen Hund an. Der kriegt dann den Führerjob, und Herrchen/Frauchen kann dabei so tun, als hätten sie das Sagen.
Man nennt es auch: Tierliebe. Was bei einigen nur schlecht kaschierte Misanthropie ist. Ich selber bin in dieser Hinsicht unverdächtig: mir gehen beide, Mensch und Tier, ziemlich schnell auf den Geist, aber ich hatte mit beiden immer wieder hervorragend funktionierende Beziehungen.

Einmal, früher, im Holozän oder so, gab ich den Jungviehhirten auf einer Alp. Und bevor ich die Herde im Griff hatte, was heißt, bevor ich wusste wie die Viecher tickten und auch die nötige Fitness hatte, das Gelernte umzusetzen, musste ich leiden. Aber richtig. Ich schwor mir damals, soviel Rind-und Kalbfleisch zu verzehren, bis ich die 70 Tiere aufgegessen hätte. Tja, gut gesprochen, aber etwas später wurde ich dann Vegetarier und es blieb beim Vorsatz, der am Ende der 3 Alp-Monate auch keine Relevanz mehr hatte, denn ich weinte, als ich ging. Ich mochte die Drecksviecher. Jedes einzelne.

Tja. So kanns gehen, wenn man nicht aufpasst.
Wer kennt es nicht?