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Sterbende Buchhandlungen
Freitag, 11. Oktober 2013, 22:09 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Der Untergang des Abendlandes stand wieder mal auf dem Programm, nämlich, als in der Schweiz über die Buchpreisbindung abgestimmt, und diese abgelehnt wurde. Das Heulen und Zetern und Wehklagen der Buchhandlungen im Vorfeld dieses Wahlgangs war nicht zu überhören, und das Lamento darüber, dass nun die großen Buchhandelsriesen den gesamten Buchladen übernehmen werden, hallte durch Täler und Gassen. Zum Fürchten.

Was wirklich geschah, war, dass die Buchhandelsriesen erst zu Gemischtwarenläden verkamen und dann einige ihre Filialen schließen mussten.

Ich war damals wie heute der Ansicht, dass sich die Buchhändler auch wie Buchhändler benehmen sollten, und es nicht nur ihr Job ist - weil sie keinen Job an der Wursttheke kriegen konnten -  öde Füdi-Büechi und Bestsellerstapel zu verramschen.

In der “Zeit” hat nun Jens Jessen eine Kolumne dazu verfasst und kommt zum Schluss, dass beim Zustand der “guten”  Buchhandlung, sie vor allem den echten, den interessierten Leser an Amazon verliert, weil der schon vorher weiß “dass er das Gewünschte niemals finden wird… und dass ihn augenblicks eine buchstabenfeindliche Atmosphäre umfangen wird, die ihn zum Außenseiter stempelt?”
So ist es.

Und der Verleger möchte noch hinzufügen, dass dem Kundem, wenn er sich denn das Gewünschte bestellen will, und die Wurstthekenaspiranten im KNOE nicht fündig werden, und, weil man sich kein VLB mehr leisten mag, beschieden wird, dass das Buch leider, leider nicht lieferbar sei.

Jessen endet: “Über sterbende Buchhandlungen sollte man nicht mehr klagen … Ihre Besitzer haben längst selbst die Lust am Betrieb verloren. Die wenigen verbliebenen Narren werden ihr Narrengeschäft umso leichter erhalten können. Wir helfen ihnen.”

Mach ma!