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Frage
Dienstag, 8. Oktober 2013, 11:08 Uhr
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Wie ist das eigentlich: Darf man Flüchtlinge kritisieren? Darf man Fragen stellen? Dumme, vielleicht? Oder grundsätzliche? Darf man von sich selber ausgehend, nach einem bestimmten Verhalten fragen, darf man das? Oder ist es - seit den barmherzigen Worten des Papstes zur Katastrophe in Lampedusa - einfach ein Fact, dass ich/wir (Europäer) an dem Unglück schuld sind?

Glaubt man den Berichten über die Flüchtlinge, verbringen viele von ihnen Wochen und Monate an der afrikanischen Küste und warten auf den Tag X. Sie warten auf ihr Boot, ihr Schiff, ihre Überfahrt. Sie überleben irgendwie. In der Nähe des Ufers. Sie werden in horrormäßig überfüllten Schiffen tagelang unterwegs sein. Nur sie und das Boot und das Meer. Sie können nicht schwimmen. Sie können nicht schwimmen.

Wäre es nicht naheliegend, dass sie in jenen Wochen und Monaten, die sie wartend an der Küste verbringen, es lernen sollten? Das Schwimmen. Sollte man nicht schwimmen können, wenn man sich aufs Meer wagt? Zumindest so gut, dass man  eine Chance hat, länger als eine Minute zu überleben, falls man ins Meer fällt? Dass die Retter auch eine Chance kriegen, einen rauszuziehen?

Muss man, wenn solche Tragödien verhindert werden sollen, nicht beim elementaren beginnen? Wasser=schwimmen können? Sollten diejenigen die es geschafft haben, den anderen, die es noch versuchen wollen, nicht eindringlich raten, schwimmen zu lernen? Es ist nicht so schwer. Man lernt es in wenigen Stunden.

Oder ist Pragmatismus in diesem Fall moralisch verwerflich? Wie in der katholischen Kirche das Kondom? Nur Enthaltsamkeit schützt vor AIDS.

Frage.