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Ein Schändchen?
Freitag, 30. September 2011, 11:33 Uhr
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OECD- Rüge für Österreich, das unglaubliche 1,4 Millionen für die Hungerkatastrophe in Somalia gespendet hat.

Ja, was glauben diese realitätsfernen Phantasten denn? Woher soll denn die Penunze kommen? Die müsste man doch den verschiedenen Korruptolitikern wegnehmen (Ein Griff in deren Portokasse nur, aber eben doch.). Und was ist mit den Inseraten in unserem heimischen Boulevard? Der “Kronendreckszeitung”, “Heute” und “Österreich?” Unser Geld für unsere Leut (FPÖ-Slogan).

Und all die anderen Absahner, Handaufhalter, Buschklepper, Strauchdiebe und Mensdorff-Poulets? Hat jemand von der OECD an die gedacht, hä? Was soll denn aus denen werden?

Man muss Prioritäten setzen. Alles andere ist primär. Wie die Fußballer wissen.

Eine Schande? Aber gengens, Moral, ist keine politische Kategorie. Aber was dann?

Für all jene, die nicht von selber auf den Trichter kommen mögen, wollen, können, empfehle ich das Studium der Papst-Predigten.



In memoriam Quasi
Donnerstag, 29. September 2011, 16:56 Uhr
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Heute vor 25 Jahren starb der 57-Jährige Helmut Qualtinger am Suff. Er war Wiener, und auch noch Österreicher. Wer mag es ihm verdenken?



Scheißjob: Die Grünen
Mittwoch, 28. September 2011, 17:19 Uhr
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Henk rief an. Er hatte den gestrigen Blogeintrag mit Strache gelesen, und wollte nun von mir wissen, warum denn, zum fetten Zirkusdirektor, der gelernte Ösi immer rechts wählt wenn die Regierung versagt, und wenn er einen Grant aufzieht? Und nicht links, wie die Deutschen etwa?

Die Frage ist berechtigt, wird oft gestellt und noch öfter beantwortet.

Wenn der gelernte Ösi einen Grant aufzieht - auch einen berechtigten -, dann reagiert er wie ich. Impulsiv. Er möchte dann nicht, dass sich die Dinge zum Bessern wenden, sondern er möchte denjenigen, den er für seinen Grant verantwortlich hält, einen reinwürgen. Wurscht, obs was bringt oder nicht. Und das kann er nur, wenn er bei der Wahl die Nazisschen des H.C. Strache wählt. Weil vor denen fürchten sich die anderen Parteien. Die Grünen könnt er eigentlich auch wählen. Kann er aber nicht, weil er hat ja einen Grant. Und vor den Grünen fürchtet sich niemand. Außerdem hält der gelernte Ösi - ein Misanthrop wie ich - die Grünen, also jene Partei, die noch keine Mauschelei, keine Korruption, keine Lügen auf ihrem Konto hat, für ebenso korrupt und verlogen wie die anderen Parteien. Sie hatten einfach noch keine Gelegenheit dazu.

Mir ist dieses Verhalten und Denken nicht fremd. Ich erkenne mich in ihm wieder. Aber trotzdem würde, und werde ich letztendlich wenn’s drauf an kommt, nie so handeln. Mir fehlt einfach a bissi die nötige Niedertracht.

Und vielleicht bin ich zu wenig rassistisch. Und Ausländer. Zu vernünftig. Zu antifaschistisch. Ich halte Nazis für Dumpfinger. Ich fühle mich als Citoyen. Lehne Bevormundung und autoritäres Gehabe ab. Ich trage gerne Verantwortung. Ich bin Schriftsteller. Verleger. Ich liebe die Freiheit.

Aber sonst? Sonst würde ich es genauso machen wie der gemeine FPÖ-Wähler, das ist klar.



Ich möchte H.C. Strache sein
Dienstag, 27. September 2011, 21:31 Uhr
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Wenn mich jemand fragen würde, welcher Politiker ich sein wollte, wenn ich einer sein müsste, so würde ich mit der Antwort keine Sekunde zögern: “Natürlich, der Haze. Der Strache. Chef der FPÖ. Das wär schön.” - “Ja, warum denn, um Sankt Haider willen?” - “Weil ich ein arbeitsscheues Subjekt bin. Ist doch klar.” - “Erklären Sie uns das. Bitte.” - “Aber nur gegen Honorar. In dieser verlotterten Republik der Gauner, wo für null Leistung Millionen des Steuerzahlers abgedrückt werden, möchte ich einfach, dass wirkliche, richtige Leistung, auch honoriert wird. Zum Beispiel, meine Wortspenden.” - “Aber unser Budget lässt das kaum zu….” - “In Ordnung. Ich verzichte. Das Honorar würde sowieso als Steuergeld in die Taschen von Korruptionisten und anderen Mensdorff-Poulets fließen.” - “Danke, das ist sehr großzügig.” - “Nojo, i kann’s mir ja eh leisten. Ich bin der Haze, der Strache, Chef der - bald- erfolgreichsten Partei. Und das, ohne einen Finger zu rühren. Keine Hacken, gar nichts, Däumchen drehen, abwarten, ein launiges Apercu, ein Bonmot ab und an, und - gewinnen.” - “Gehts ein wenig genauer, bitte?” - “Nun, dem Ausland - außer dem faschistoiden Italien und Ungarn - zu erklären, von welchen Gaunern, Hochstaplern, Beutelschneidern,Strauchdieben und Lügnern diese Republik regiert und niedergeholzt wird, erübrigt sich, denn das versteht kein Bewohner eines demokratischen Landes.” - “Ja, gut, und was hat das mit Strache zu tun?” - “Da könntens ja selber drauf kommen.” -”….” - “Also nicht. Okay, ich erklär’s ihnen: Wenn der Strache bis zu den Wahlen einfach nichts tut, dann kann er die Wahl nicht verlieren. Es ist so, wie wenn ich als Verleger nur keine neuen Bücher herausbringen darf, um mit den alten so richtig abzucashen. Warum? Weil die anderen Verlage, die Konkurrenz solchen Bocksmist rausbringen, dass sich das Publikum indigniert abwendet. Strache kann nur noch durch Strache selbst, geschlagen werden. Nicht, dass das nicht passieren könnte, aber für einen intelligenten Zeitgenossen wie mich, wäre seine Position eine wunderbare Hängematte. Sanft im Schatten großer Bäume schaukeln, kühle Drinks schlürfen, und vor allem: siegen. Wär ja mal was anderes, nicht wahr?” - “Wir danken für das Gespräch.” - “Gerne. Bis 2013 dann. Servus.”



Pleite gehen
Montag, 26. September 2011, 20:18 Uhr
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Ich sah mir den deutschen Athen-Korrespondenten des ZDF an, er stand am Rande einer mehrspurigen Autostraße und berichtete über die Pleite Griechenlands. Irgendwie grotesk, fand ich. Denn jede Karosse die ihn während des Berichst passierte (es waren ziemlich viele), schien fabriksneu und glänzend und groß, und kam aus den Karrenschmieden von Mercedes, Audi und BMW.

So sehen auch wir aus, wenn wir nächstens pleite gehen.

P.S. Ich würd mich echt verbessern.



Hofer und Kraus
Sonntag, 25. September 2011, 18:33 Uhr
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Was dem Tiroler der Hofer Andreas, ist den Wienern ihr Karl Kraus. So ein Hofer ist praktisch. Wenn ein Tiroler Touristen-Konsortium den letzten jungfräulichen Gletscher mit Clustern von Skiliften überziehen will, sich aber Widerstand dagegen regt, dann berufen sie sich auf Andreas Hofer, den Freiheitshelden. Die Gegner der Lifte beziehen sich ebenfalls auf Andreas Hofer, den heiligen, trunksüchtigen Landesrebellen. Und immer sind die anderen die schiachen Bayern und die rothösigen Franzmänner. Das gleiche Spiel gibt es auch bei Abtreibungsgegnern - und Befürwortern, und so weiter und so fort. Jeder Tiroler ist Andreas Hofer.

Die Wiener, diejenigen zumindest, die außer der Krone auch noch was anderes lesen, die haben ihren Karl Kraus. Jeder der das Gras wachsen hört, sagt: “Ich hör das Gras wachsen. Kraus hat auch das Gras wachsen hören. Und ihr hört es nicht, es Wappla.”

Das ist, wie gesagt, ziemlich praktisch bei Auseinandnersetzungen. Und so sparsam. Kein unnötiges Herumgesuche. Nemma den Kraus. Der passt immer.

Dass diese Form der Auseinandersetzung tatsächlich funktioniert, liegt vor allem daran, dass es immer die anderen sind, die unrecht haben. Ist ja klar, oder? Geht mir auch so. Und es sind auf jeden Fall die anderen, die den Hofer, den Kraus, missbrauchen und /oder falsch auslegen. (Darum bezieh ich mich nie auf jemand anderen, capisch?)

Wer schon einen Film gesehen hat, weiß, dass ein Filmbösewicht sich selbst nie als böse, sondern als äußerst liebenswert, altruistisch und feinfühlig empfindet. Und wenn er weiß, dass er der Böse ist, dann wird der Charakter immer als Psychopath eingeführt (beliebt ist John Malkowich in diversen Rollen). Das ist ein Menschenbild, das ich selten teile, denn es impliziert, dass der Mensch, im gesunden Zustand, gut ist. Isser aber nicht. Sag ich. Vielleicht sagt es auch Kraus. Oder Hofer.

Aber bedeutet dies vielleicht, dass Bewusstheit um die eigene Schlechtigkeit, krank ist? Zumindest, wenn es keinen Versuch gibt, diese wieder loszuwerden?

Eigentlich müsste man Buddhist werden. Alles ist Maya (Täuschung), und muss überwunden werden. Oder sich einfach Mühe geben, ein guter Mensch zu sein?

By the way: Heute hat mich der Papst gelobt. Mich, und die anderen zwei, drei Agnostiker. Ich finde, er ist einfach ein Pfundskerl, oder?



Wiener Lokalkolorit und Wienerschmäh
Samstag, 24. September 2011, 15:53 Uhr
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Wenn auf der Bühne einer österreichischen Castingshow ein Hudriwudri Mundfürze ins Mikro absamt, diese wahlweise als Kettensägen -oder Motocrossmaschinengeräusche deklariert, und wenn er dabei von einem schmierigen Schmieranten einer Boulevardzeitung begleitet wird und das Publikum den vollkommen undiskutablen Vortrag mit Pfiffen begleitet, aber der dicke Zirkusdirektor mit der Wischmoppfrisur zusammen mit dem blonden Etwas der Jury, für deren Weiterkommen votiert, dann ist das “Wiener Lokalkolorit”. (Und nicht etwa widerlicher, opportunistischer Nepotismus.)

Und wenn dann backstage die zwei trotzdem abgewimmelten Figuren den Stinkefinger ausfahren, weil es in Wien möglich ist, dass ein Piefke (der kluge Sido) es wagen darf, ihre Scheiße als Scheiße zu bezeichnen, heißt das “Wienerschmäh”.

Doch, doch, ihr Wien-Nepotisten, wir verstehen euren Schmäh. Und wie.



Unseren täglichen slutwalk, gib uns heute
Freitag, 23. September 2011, 14:21 Uhr
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Dass die spanischen “Indignierten”, beim neulichen Papstbesuch in Madrid, mit Ausschreitungen und wütenden Protesten reagierten, hatte seine Richtigkeit. Die Polizei prügelte sie von den Plätzen, die sie sonst mit Protest gegen ihre beinahe hoffnungslose Lage füllten, um Platz für die reichen Katholiken zu schaffen, die es sich leisten konnten, von überall her anzureisen. Um in Madrid “ihren Glauben zu feiern”.

Was ein Teil der Berliner jetzt aber abzieht, ist lächerlich. Der ganze Mummenschanz der Loveparade wird aufgeboten, der Slutwalk der ewig Pubertierenden. Das ist nicht rebellisch. Das ist nicht revolutionär. Das ist atavistisch. Ein Rückfall in deutsches Obrigkeitsdenken.

…unseren täglichen slutwalk, gib uns heute…

Vielleicht mal was lesen? Aus Spanien. Einem katholischen Land, von einem Autor namens Antonio Munoz Molina? Hier der Link:

http://www.zeit.de/2011/35/Papst-spanische-Jugend



Dann würd ich ihm vielleicht glauben…
Donnerstag, 22. September 2011, 17:25 Uhr
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Der Spiegelredakteur Matthias Matussek ist bekennender Katholik. Ich auch. Matussek ist praktizierender Katholik. Ich nicht. Jetzt ist der Papst in Deutschland. Das ist schön. Vor allem für M.M. “Das ist spannend”, schreibt er, und er möchte uns auch glauben machen, dass er, M.M. glaubt, dass der Papst nur “ein alter Mann ist, der von Männern mit Hellebarden bewacht wird”. Das ist ein schönes Bild für den “Glauben”.

Ich finde M.M. hat durchaus recht, wenn er den Papst und den Katholizismus, als Bollwerk gegen die “Idiotien” dieser Zeit preist. Er polemisiert, und sagt, dass es das einzige Bollwerk ist. Was ist mit den Islamisten? Den Taliban? Jetzt polemisiere ich ein bisschen.

M.M. ist Katholik im Lande Luthers. Er ist eine Minderheit. Die katholische Kirche ist eine andere, wenn sie in der Minderheit ist. Als ich in Zürich lebte, war ich auch sehr katholisch. Einfach, weil mir der Geld-Protestantismus der Eingeborenen auf den Sack ging. Ich war auch für den Papst, weil ich fand, dass die Zwinglis nicht das Recht hatten, ihn niederzumachen. Das war einfach nicht ihr Bier. Fertig. Ich bin aufgewachsen an einem Ort, an dem Katholiken so selten waren wie Juden.

Heute lebe ich in einem Land, dass von der katholischen Kultur getränkt ist. Ich find’s mitunter eklig, und agiere deswegen oft sehr puritanisch. Es ist so, als lebte ich als Jude in Israel.

Matussek ist Henrik M. Broder, und ich bin Uri Avneri.

Ich finde, M.M. sollte mal in einem katholischen Land leben. In Italien, Spanien oder Österreich. So ein bisschen länger. Damit er die Segnungen der Kirche auch richtig genießen kann.

In Österreich treten sie aus der Kirche aus, wie verrückt. Das ist völlig sinnlos. Einmal Kathole, immer Kathole. Das ahnen die Renegaten auch, aber sie sparen sich ein bisschen Raps (wegen der wegfallenden Kirchensteuer), und glauben jetzt an “Geiz ist geil”.

Ich weiß, dass der Papst auch recht hat. Und trotzdem sollte der Matussek mal ein paar Jahre hier, mit dem Bischof Schönborn, leben müssen. Dann würd ich ihm vielleicht glauben, dem Matussek.



Hier lebe ich
Dienstag, 20. September 2011, 16:09 Uhr
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Florian Scheuba ist ein österreichischer Satiriker und Comedian. Nicht wenige von uns glaubten, ihn neulich in der Television zu erblicken, angetan mit Perücke und auf SPÖ-Infrastrukturministerin Doris Bures aufgeziegelt. Anders war das, was die Politikerin absonderte, nicht zu erklären:

Sie begründete nämlich das Verteilen von millionenschweren Inseratenaufträgen der ÖBB (Steuergelder) an die Krawallblätter “Krone”, “Heute” und “Österreich” mit der “Aufgabe des Unternehmens, die Bürger zu informieren”. Wie wichtig die Kommunikation mit der Bevölkerung sei, zeige das Beispiel des umstrittenen deutschen Bahnprojektes Stuttgart 21.

Ein Brüller! Oder wie Scheuba sagen könnte: “Ich bin ja nur ein Comedian, aber die Bures ist ein echter Komiker.”

Nur, mit so was kommen die hier durch. Nun hat nach der ÖVP, FPÖ, BZÖ auch die SPÖ ihr: “es gilt die Unschuldsvermutung”. Nur die “Grünen” sind noch nicht angewixt, und sauber. Normalerweise könnte man davon ausgehen, dass sie deswegen richtig Stimmen machen würden. Normalerweise. Aber hier ist Österreich. Und deswegen wird man sie einfach noch mehr hassen. Warum? Weil sie sich zu gut dafür sind, korrupt wie alle anderen zu sein.

So, jetzt wisst ihr Bescheid. Hier lebe ich.