zum Songdog Verlag


Nicht mehr links, aber irgendwie blöd
Mittwoch, 9. Juni 2010, 10:00 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Dass sich sattgefutterte und künstlerisch stagnierende Rockstars gerne der “humanitären Welthilfe” zuwenden ist bekannt, und als Tatsache so interessant wie DJ Ötzis Meinung zu einem Flachbildfernseher. Tant Pis!, sagt da der Leopoldstädter und der Schweizer doppelt nach mit: Gschääch nüüt blöders.

Dass sich leergeschriebene Bestsellerautoren der bedürftigen Welt zuwenden, ist dagegen ein neueres Phänomen. Da haben wir zum Beispiel den “Wallander-Schmied” Mankell. Ein Mann, dem offensichtlich seine eigene Schreibe (berechtigterweise) zum Halse raus hängt, und der sich nun der Not fremder Völker mildtätig hinneigt, und uns, seine Popularität nutzend, allerlei Kenntnisse über die Ursachen dieser Not vermittelt.

Und als Bestseller-Autor ist er natürlich auch gottgefälliger Kenner des Nahen Osten, und war mit auf den “Blockadebrecher”-Schiffen Richtung Gaza. Schiffen, die wie sich jetzt nach und nach herausstellt, von islamistischen und rechtsnationalen Türkenvereiningungen dazu missbraucht wurden, mal ein bisschen Stimmung zu machen, wohlwissend, dass Israel in dieser Geschichte, auf jeden Fall die Arschkarte gezeigt wird. So oder so.

Herr Mankell wurde nicht getötet. Wie einige mitfahrende Abgeordnete der deutschen “Linkspartei” auch nicht, aber kurz festgenommen. Nun vernimmt man, dass die iranische Kriegsgurgel, die durch Falschmeldungen und manipulierte Fotos aufschießende Antiisraelstimmung nutzen will, um selber ein paar “Blockadebrecher”-Schiffe Richtung Gaza zu entsenden.

Könnte dies, ich frage, Meister Mankell, vielleicht gefährlich werden? Und, liebe Abgeordnete der “Linken”, wäre man da nicht vielleicht auch bisschen mitverantwortlich? Nur so ein klitzekleines Bisschen? Oder hat man mal wieder nichts gewusst? Oder war man einfach zu blöd?

Und der Bestsellerautor schweigt.