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Alles Einzeltäter
Dienstag, 18. Juni 2019, 09:11 Uhr
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Ich erinnere mich gut an die 70-er. Ich erinnere mich auch gut, was los war, als die RAF ihren Terror gegen den Staat und seine Repräsentanten aufbaute und ausübte, und ich erinner mich gut, wie der Staat reagierte und mit kompromissloser Härte dagegen vorging. Gefühlt war es so, dass jede Aktion der RAF, überall, auch in der Schweiz, Hausdurchsuchungen von WG’s zeitigten.
Aber das war linker Terror.

Jetzt gibt es rechten Terror.
Und das ist natürlich etwas ganz anderes.
Alles Einzeltäter.
Möchte jemand etwas dagegen unternehmen?



Das Sprüchemuseum (120)
Sonntag, 16. Juni 2019, 14:29 Uhr
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Und ehe sie nix macht, macht sie lieber etwas, zum Beispiel Leute anzeigen, die sie beleidigen und bedrohen, obwohl dies genau das ist, wozu Twitter erfunden wurde. Weswegen kluge Menschen nicht bei Facebook sind.

Henryk M. Broder

Wir sagen: Das wir das noch erleben und lesen dürfen! Halleluja!



Arm sein
Montag, 10. Juni 2019, 18:13 Uhr
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heißt, den Geräuschen und den Gerüchen seiner Mitmenschen nicht entkommen zu können. Arm sein, macht mich zum Misanthropen. Vor allem im Sommer. Im Sommer denken alle, sie müssen laut sein. Von den Gerüchen will ich nicht einmal reden.
Älter werden heißt, den Winter mehr zu mögen als den Sommer.
Ich liebe schlechtes Wetter, weil geringere Arschlochdichte überall. Auf den Straßen, im Fitnesstudio, im Zoo, im Supermarkt. Schlechtwetterleute - das ist meine Erfahrung - sind die besseren Menschen, rücksichtsvoller, leiser, widerstandsfähiger, großzügiger.

Der Sommer macht mich zum Misanthropen. Dafür hasse ich ihn. Gibt’s eigentlich schon ein Wort dafür? Mistherosop? Ich bin ein Mistherosop. Endlich habe ich mich gefunden…



Was in Solothurn -
Mittwoch, 5. Juni 2019, 09:44 Uhr
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außer Fahrrädern - sonst noch war, fasst Programmmitglied Florian Vetsch in seinem Tagebuch träf zusammen:

https://www.saiten.ch/literaturmachos-und-tausend-teetassengespraeche/



Solothurner Fahrrad-Tage
Montag, 3. Juni 2019, 14:19 Uhr
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Ein interessanter Aspekt der Schweizer Literaturtage war, dass in Solothurn - und wie man hörte-, überhaupt in der Schweiz, nun Fahrräder gebaut werden, die man nicht mehr schieben kann. Es war quälend zu zusehen, wie die Radfahrer sich durch die Meschenmassen schlängeln mussten, und nicht, wie es ihr Anstand eigentlich gebot, abzusteigen und das Rad zu schieben. Hin und wieder gelang es einigen trotzdem. Vermutlich unter Aufbietung all ihrer Willenskräfte. Oder sie hatten noch Velos aus einer andern Zeit, als man noch ungeniert absteigen konnte, um das Rad auf den Gehsteigen zu schieben.

Irgendjemand sollte man mal mit den Herstellern reden. Der Anblick der leidenden Radler ist kaum zu ertragen.



Abschliessend
Donnerstag, 23. Mai 2019, 16:31 Uhr
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Zur Sache FPÖ/Strache ist so ziemlich alles gesagt worden. Vermutlich auch schon von allen.
Ich werde nichts mehr dazu sagen, bis auf das: Die ÖVP wird wieder mit der FPÖ gehen.

Wie Karl Kraus sagte: Der Österreicher wird aus Schaden dumm.
Es kann aber auch einfach sein (das ist meine unerhebliche Meinung), dass dem Östereicher einfach nicht wohl in der Seele ist, wenn keine Nazis rumtun. Punkt.



Das Sprüchemuseum (119)
Dienstag, 21. Mai 2019, 16:37 Uhr
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„Ich werde meine Unschuld beweisen!”

H.C. Strache

Wir sagen: Werden wir endlich erfahren, wer der Mann mit Kamera und der Uzzi im Anschlag ist, der H.C. mit Waffengewalt gezwungen hat, all diese Dinge zu sagen? Und der ihn zuvor und auch während der Aufnahmen gezwungen hat, diesen Wodka Red Bull zu trinken. Werden wir endlich erfahren, dass der Mossat dahintersteckt? Die Ostküste? Silberstein? Links-linke-linkeste Linke?
Und wenn wir es erfahren haben, werden wir wieder einmal wissen, wie schlecht die Welt ist. Und sie wird noch schlechter sein, ohne Haze. Das ist einfach nur traurig…



“Die Pizza mit Brille”
Samstag, 18. Mai 2019, 10:07 Uhr
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(© Stermann/Griessemann) hat fertig!
Sie war zu dumm. Sie hat sich offenbart. Wer jetzt noch nicht Bescheid wissen will, wie  die Drecksäcke von der FPÖ ticken, hat Scheiße unter der Schädeldecke. Und wer korrupten, faschistoiden Drecksäcken in Hinkunft seine Stimme gibt, ist selber ein korrupter, faschistoider Drecksack. Mit denen muss man nicht mehr reden.



“Blumberg” goes solo (thurn)
Montag, 13. Mai 2019, 18:12 Uhr
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Vom 31. Mai 2019 - 2. Juni 2019 wurde der Autor mit dem Roman „Blumberg“ zu den „Schweizer Literaturtagen in Solothurn geladen.

Hier die inkriminierten Veranstaltungen:

https://www.literatur.ch/de/startseite/programm_1/festival-andreas-niedermann-11138-28.html



„Varanasi” von Susann Klossek
Sonntag, 12. Mai 2019, 09:44 Uhr
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„…Nach einem kleinen Auffahrunfall, in dessen Zuge sich beide Fahrer sekundenlang anschrien, um dann einfach in verschiedene Richtungen davonzufahren, erreichten wir Assi Ghat am Ufer des Ganges. Ich stieg aus und trat in einen Haufen Kuhscheiße. Ich war angekommen.”

Dieses kleine Intro, irgendwo aus dem Anfang des Buches von Klosseks „Varanasi, Endstation Ganges“, gibt die Tonart vor, in der es von nun an weitergeht. Und das ist großartigster Céline. Denn in seinem Jahrhundertroman „Reise ans Ende der Nacht“ gibt es eine Stelle, in der sein Held Bardamu, den das Schicksal in den Dschungel Afrikas verschlagen hat, den Einbruch der Nacht beschreibt, wie ein gewaltiges Gebrüll und Geschrei der Tiere anhebt, eine Nacht voll „gekrümmter Erektionen“, ein Metzeln und Jagen, und Bardamu all dies mit einem einzigen Satz kommentiert: „Das war etwas für mich, der ich die freie Natur nicht ausstehen konnte!”

Das ist komisch. Höllisch, schmerzlich, und noch mal komisch. Das eine wie das andere. Und deswegen ist Susann Klossek meine Heroine.

Zum Inhalt von „Varanasi“ muss man nicht viel sagen: Der Gewinn eines Literaturstipendium bringt die Autorin (1966 in Leipzig geboren, seit 1990 in der Nähe von Zürich wohnhaft) in das Alice Bonner Institut in Varanasi vulgo Benares, der heiligsten Stadt Indiens.
Das war es schon. Das ist wenig genug, aber gleichzeitig auch schon zuviel, gemäß dem Rock’n’Roll Motto: Too much is not enough! Niemals genug Lärm, niemals genug Menschen, niemals genug Armut, niemals genug Schmutz, Dreck, Tod, Kuhscheiße; niemals genug Genug.

Der spendierte Aufenthalt erweist sich als „une saison en enfer“, eine Zeit in der Hölle, die Frau Klossek mit  Stärke, viel Verständnis, und getragen von mächtigem Humor durchlebt, und die Wochen in dieser irren Stadt in große, warmherzige Literatur verwandelt.

Ich habe in letzter Zeit (und diese letzte Zeit ist nicht klein), in deutscher Sprache nicht annähernd großartiges zu lesen bekommen, wie dieses schlanke Werk von Susann Klossek.
Ich verneige mich.

Susann Klossek
VARANASI
Endstation Ganges

Freiraum Verlag
€ 14,95  /sfr. 18,95
Überall zu beziehen wo es Bücher gibt
oder bei der Autorin:

http://nichtsundwiedernichts.blogspot.com