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Hast du mich vermisst?
Donnerstag, 16. August 2018, 12:16 Uhr
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Tochter: Hast du mich vermisst?
Vater: Ehrlich?
Tochter: Immer ehrlich.
Vater: Nein.
Tochter ist etwas enttäuscht.
Vater: Hast denn du mich vermisst?
Tochter: Schon. – Ich meine, wenn ich an dich gedacht hätte, hätte ich dich bestimmt vermisst.



Wechseln
Montag, 13. August 2018, 18:44 Uhr
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Wechselt Ösil jetzt seine Pfund-Millionen in türkische Lira?
Das würde seinem Großvater sicher gefallen.
Oder findet der Respekt beim Flieder ein Ende?



Geht endlich raus!
Montag, 13. August 2018, 18:33 Uhr
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Immer wieder gibt es Erfreuliches. Auch Ruby Rose hat ihren Twitteraccount gelöscht. Einige andere Stars auch. Sie hatten die Schnauze voll von Cunts and Dicks, als zu wenig lesbisch, zu wenig jüdisch, zu schwul, zu wenig schwul, zu links, zu rechts, zu groß, zu klein, zu alt, zu jung, zu schwarz, zu weiß, zu hetero, zu unjüdisch, zu arabisch… zu menschlich, gedisst zu werden.

Es ist so simpel, Fuckers, geht raus aus diesen Souschelmidias, und der ganze fuckin’ Spuk ist vorbei. Es ist dann, als wärt ihr hier oben bei mir, wenn der kühle Wind vom Tal her, die Lindenblätter sacht in Bewegung setzt…



Der Autor bei der Arbeit
Sonntag, 12. August 2018, 16:06 Uhr
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Gestern hätte ich öffentlich lesen sollen, aber ich musste absagen. Es war wieder mal kompliziert und hatte, wie so oft, mit Zeit und Geld zu tun. Die Lesung hätte um 15h30 begonnen, und aus irgendeinem Grund, sah ich genau um 15h30 auf die Uhr. Ich hatte gerade begonnen mit der Kettensäge Holz zu schneiden, die Scheite in den Schuppen zu tragen, und dort zu spalten.
Der Autor bei der Arbeit, dachte ich, und lächelte.
Dann begann ich, die beiden Tätigkeiten, Lesen und Holzspalten, zu vergleichen. Was bringt mehr? Finanziell, gespendete Freude, Befriedigung, Gesundheit, Reputation, Ehre und Ruhm.

Es war nicht einfach. Ich kam zu keinem eindeutigen Schluss.

Nach zwei Stunden hatte ich etwa 2 Ster Holz geschnitten, gespalten, gestapelt. Ich hatte leichte Kreuzschmerzen (die gleich wieder weg waren), und ich hatte bemerkt, dass ich immer noch einen verdammt guten Axt-Punch hatte, und zwar ohne mächtig ausholen zu müssen. Sehr trocken und dynamisch, wie ein linker Haken.

Und ich war noch immer auf der Suche nach dem perfekten Holzspalt-Schlag: Nur soviel Power aufzuwenden, dass das Scheit gespalten ist, aber die zwei noch an einer Faser verbunden, auf dem Scheitstock bleiben und nicht zu Boden fallen. Das ist der perfekte Schlag. Man muss sich dann auch nicht bücken.
Dieser Schlag ist wie die beste Prosa, sie gelingt wenigen.
Ich hatte ein paar. Das freute mich jedes Mal.

Als ich danach ein Bier aufmachte, und den ersten Schluck nahm, wusste ich, wer gewonnen hat. Lesung oder Holzspalten.
Und ihr wisst es auch…



Keine Fragen mehr
Samstag, 11. August 2018, 18:38 Uhr
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Ich werde oft gefragt: „Wo kommst du eigentlich her?“
Warum eigentlich? Nur weil ich männlich, weiß, alt und heterosexuell bin? Muss man mich da fragen, wo ich herkomme? Vielleicht aus Angst? Dass es dort ein Nest geben könnte, ein Nest, in dem weitere alte, weiße, heterosexuelle Männer hocken könnten, die möglicherweise bald flügge werden und hierher drängen?

Ich denke, die Frager sind Rassisten. Oder zumindest so was ähnliches.
Dass ich gefragt werde, könnte meiner Sprachmelodie geschuldet sein, die unschwer als nicht autochthon auszumachen ist. Ich wurde sogar schon von dunkelhäutigen Typen gefragt: Woher kommst du? Vermutlich auch Rassisten.

Wir müssen endlich unsere Neugier zügeln. Es geht uns nichts an, wo irgendjemand herkommt, seine Wurzeln hat. Ich denke, wir sollten überhaupt niemanden mehr irgendwas fragen. So sind wir auf der sicheren Seite, und kein MeTwoler, kann uns mehr an den Karren fahren.

Also, ich frag nix mehr, sag nix mehr. Höchstens noch: „Was soll die Frage, Rassist? Reflektier mal deine Scheißneugier, und überleg dir, was du mir damit antust, und wie sehr du mich damit herabwürdigst, ja?! Also, fuck yourself! Und geh dahin zurück, wo du her gekommen bist. Auch wenn’s nur St. Pölten ist!”



“Blumberg” again
Donnerstag, 9. August 2018, 09:05 Uhr
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https://www.saiten.ch/the-heat-is-on/



Mein Traum
Dienstag, 7. August 2018, 11:04 Uhr
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Es ist ein süßer Rachetraum von mir, einen gewaltigen Presslufthammer zu besitzen, und damit nächtens meine Peiniger - jene Bauarbeiter, die mir mit ihrem Presslufthammer-Geballer die Arbeit und den Rest des Lebens in reine Qual verwandeln - selbst in den akustischen Genuss ihrer verfickten Werkzeuge kommen zulassen. Das würde ich von einer Fee erbitten. Nichts anderes. Soweit ist es schon gekommen. Bitte, bitte Fee, ich will Rache…



In der Ostsee
Mittwoch, 1. August 2018, 12:10 Uhr
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Zum dritten Mal in Folge, war ich von ihr erwartet worden. Die Uhrzeit stimmte in etwa: So um sechs Uhr früh. Der Ort stimmte auch, die Temperatur, die Entfernung vom Ufer -  so an die zweihundert Meter. Da lauerte sie schon. Und ich kam, verlässlich. Denn ich bin ein verlässlicher Mann, ein Erstgeborener, dem man schon als Siebenjährigen die kleinen Brüder überantwortet hat. So einer.

Sie erwartete mich also. Und ich kam. Und jedes Mal erwischte sie mich am linken Unterarm, ganz gleich, ob ich rein-oder rausschwamm. Linker Unterarm, basta. Tre volte. Tres vez. Trois fois. Linker Unterarm.

Ich hatte natürlich von Ihresgleichen gelesen. Und so wusste ich auch was zu tun war. Sand drauf und trocknen lassen. Dann abbürsten.

Der Schmerz ist ja zu vernachlässigen, aber die Sache nervt. Sie vergällt mir ein wenig das frühe ins offene Meer Hinausschwimmen, es ist als würde man nackt durch einen flüssigen Garten mit gut getarnten Brennesseln taumeln.

Nun gut. Ich bin leidlich taff. Ich tu so, als würd ich mich auf ein Wiedersehen freuen, aber tatsächlich beeinflusst ihre Anwesenheit meinen Schwimmstil. Ich bin gezwungen an sie zu denken. Und ich lasse mich nur ungern zwingen. No na, net.

Aber ich werde morgen wieder gehen. Und scheiß auf dich, Madame Feuerqualle.



“Blumberg” bei der MIGROS
Sonntag, 29. Juli 2018, 13:08 Uhr
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https://www.migrosmagazin.ch/blumberg



Vor einem Supermarkt an der Ostsee
Sonntag, 29. Juli 2018, 09:50 Uhr
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Gestern saß ich vor einem Supermarkt an der Ostsee und wartete auf die Girls. Und während ich wartete, sah ich mir die Deutschen an. Sie waren alle fett. Dann kam ein schwarzer Wagen, und vier Typen stiegen aus. Es waren höchst muskulöse Glatzköpfe, und der Gym-Faktor war wie eine leuchtende Glorilole (Pleonasmus?), und ich sah mir auch die an. Es waren Handwerker. Und es waren Türken.

Später, als ich schon sehr lange gewartet hatte, kam ein junges Paar mit zwei kleinen Kindern, etwa 3 und 4 Jahre alt. Sie schoben ein gewaltig beladenen Einkaufswagen zu ihrer Familienkiste, und begannen einzuladen. Es war ziemlich schlimm. Das ganze Fressen und Saufen war in Plastik verpackt, und aus der Distanz sah es aus, als wären es nur brüllendfarbige Chipstüten in verschiedenen Formaten.
Das scheint der Dreck zu sein, den sie ihrer Brut verfüttern. Damit die auch gleich fett wird und einen schönen jugendlichen Altersdiabetes entwickelt. Ich war drauf und dran hinzugehen und ihnen zu sagen, dass Kinder auch richtiges Essen brauchen. Aber ich tat es nicht. Warum? Weil es mir eigentlich egal war.

Nebenan bellte ein Hund, den die Besitzer in ihrem Van an der Sonne zurückgelassen hatten. Vielleicht war ihm wahnsinnig heiß? Vielleicht starb er? Vielleicht war er auch nur ein Hundearschloch, das einfach aus Langeweile kläffte.

„Ist hier die Tierrettung? -Ja? – Hören Sie, da bellt ein Hund in einem Auto, das an der brütenden Sonne steht. Können Sie nicht herkommen und ihn befreien? Oder soll ich es tun? Die Scheiben einschlagen oder so? -Würd ich gerne machen, kein Problem. - Nein, die Besitzer suchen mag ich nicht. – Scheiben einschlagen oder nix. – Na, dann stirbt der Hund halt. Ist mir auch wurscht. Ich hasse die Viecher sowieso…”

Dann kamen endlich die Girls. Sie haben mir kein Bier gekauft, und wir fuhren zum Haus. Es ist großartig, das Haus…