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Blumberg (die nexte)
Donnerstag, 19. April 2018, 10:56 Uhr
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Eben in jungle.world erschienen, die Kurzrezension zu Blumberg von Gabriele Haefs:

https://jungle.world/artikel/2018/16/sie-recherchiert-nur-ungern

Und zur Frage im Artikel: Ja, man darf.



Ist Heino der letzte echte Punk?
Freitag, 13. April 2018, 17:50 Uhr
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Wenn ich mich recht erinnere - und das tu ich - startete Punk vor allem auch, weil deren Proponenten die Korrumpiertheit  und  den ätzenden Kommerz der Rockmusik ankotzte. Es war nur noch Business.
Gestern bei der „Echo“-verleihung verlor der Burgtheater Punker Campino von den allertotesten Hosen ein paar kritische Worte zur Auszeichnung der beiden Muskel-Rapperchen, die mit seltsam falschen, aber dafür provokanten Vergleichen arbeiteten, die man als antisemitisch bezeichnen kann.
Campino sagte was kritisches dazu, aber er blieb in der Reihe stehen. Er wies den eigenen Preis nicht zurück.
Als vor einigen Jahren Herrn Bushido der Integrationsbambi verliehen wurde, stopfte der Sänger Heino zuhause seinen eigenen Bambi in eine Versandtasche und schickte den Rehbock zurück an Burda. No Comment.
So könnte ein Punk gehandelt haben.
Vermutlich ist Heino der letzte echte Punker.
Hier noch ein paar Zeilen aus Steve Earls „Chrismas in Washington”
(Die Namen können getauscht werden)
So come back, Emma Goldman
Rise up, old Joe Hill
The barracades are goin’ up
They cannot break our will
Come back to us, Malcolm X
And Martin Luther King
We’re marching into Selma
As the bells of freedom ring
So come back Woody Guthrie
Come back to us now
Tear your eyes from paradise
And rise again somehow


Verantwortung
Mittwoch, 11. April 2018, 07:51 Uhr
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Was man seit längerem beobachten kann: Politiker, Unternehmer, Manager und Konsorten schaufeln, wenn sie Scheiße gebaut haben, diese nicht mehr auf den Haufen von anderen, sondern sie „übernehmen Verantwortung“.

Ist doch toll, oder?
So auch Fazzebokk-Besitzer Zuckerberg.
Er übernimmt die Verantwortung – und dann? Zeitigt das irgendwelche Konsequenzen?
Aber nicht doch. Wozu auch? Es reicht, die magischen Worte gesprochen zu haben.
Irgendwie genial.

Ich übernehme die volle Verantwortung, für die Verantwortung die ich zu verantworten habe…



Tote Killer (z.B. in „Deadwood“)
Montag, 9. April 2018, 08:23 Uhr
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Wenn einer aus dem Leben scheiden will, und ihm fehlt dazu der Mut, dann mag es helfen, wenn er hinter sich alle Brücken abbricht. Er steigt, zum Beispiel, in einen Kleinlaster und rast damit in ein Straßencafé in dem viele Menschen die erste Frühlingssonne genießen. Danach fällts dem Feigling nicht mehr ganz so schwer, sich den finalen Schuss zusetzen.

In der großartigen Westernserie „Deadwood“ werden tote Killer Mister Wu übergeben, der die Leichen entkleidet und zu den Schweinen in den Koben wirft.



Weiterhin viel Spaß
Sonntag, 8. April 2018, 13:02 Uhr
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Der Wissenschaftsjournalist und Autor, Ranga Yogeshwar, schreibt auf Fazzebokk kritische Artikel über Fazzebokk (sagte er). Man könnte - muss aber nicht - sich fragen, ob das dem Zuckerberg und seinen Geschäftspartnern nicht völlig blunzen sein kann. Das Geschäftsmodell von Fazzebokk ist das Absaugen von Daten zur Aufbereitung für Werbekunden und/oder anderer Zahlender.

Wie heißt es so schön? Man kann nicht nicht kommunizieren.

Wir wünschen weiterhin viel Spaß…

P.S. Wim Wenders bezeichnete den Papst Franziskus als einen der „mutigsten Menschen der Welt“.

Schwer zu sagen, ob ihm da jemand widersprochen hat. Sehen Sie auf Fazzebokk nach…
Die Redaktion beließ es bei einem milden, verzeihenden Lächeln. Wir waren ja auch mal katholisch…



Requiem für Shithole Fazzebokk
Samstag, 31. März 2018, 09:47 Uhr
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Vor ungefähr 10 Jahren war ich mal bei Fazzebokk. Ein befreundeter Künstler hatte mich beinahe beschworen, mir einen Account zuzulegen und mir versprochen „meine ganzen Freunde auf dich zu hetzen“, was dann auch geschah. Ich hatte innerhalb von Minuten etwa 250 Freunde. Nun gings fuckin’ los! Huja!

Nach drei Tagen drängte sich immer mehr die Frage auf, wann denn all die „Kinstler“ arbeiten tun, wenn sie dauernd in Fazzebokk irgendwelchen Schaas teilten und kommentierten? Es war krass öd. Nur ein einziges Mal gab es so etwas wie eine kontroverse Diskussion über Drogen. Danach schlaffte die Sacche wieder ab, und mir wurde klar, dass Fazzebokk nicht dazu da war Kontroversen zu führen, sondern Bestätigung zu evozieren.

Wie fuckin’ langweilig!

Ich stieg aus. Löschte den Account, machte aber einen für den Verlag auf. Das war auch interessant. 500 Likes für ein neues Buch aus dem Programm, aber keine einzige fuckin’ Bestellung. Es schien so, dass mit dem Likeclick zu dem Buch es auch schon gekauft, gelesen und im Regal versorgt war.

Als ich dann einen Text hineinstellte, für den ein schneller Leser mindestens zwei Minuten brauchte, und ich nach 5 Sekunden zurückkam, weil ich etwas vergessen hatte, prangte darunter schon das erste „Like“.

Das ertrug ich nicht. Schluss damit.

Es gibt einen berühmten Autor, der seine Fehde mit einer anderen berühmten Autorin auf Fazzebokk austrug und sich dann beschwerte, dass er mit Dreck beworfen wurde. Als beschwere sich ein Arschloch, der auf einer Müllkippe hauste, dass da andere herkamen um Dreck abzuladen.

Ich kam darauf, dass die viele Fazzebokk-Nutzer, die nur unter Androhung von Folter eine Firma wie McDonalds betreten würden, sehr wohl wussten, dass sie Member einer der größten Drecksfirmen der Welt waren. Nur: Sie waren bereits süchtig. So süß der Müll, den sie mit anderen teilten, und so erschreckend der Gedanke, dass, wenn sie nicht mehr dabei waren, sich kein Schwein mehr um ihre Idiosynkrasien scheren würde. Solo. Lonley. Plötzlich einsam. Addicts. Hypokrits.

Let it die!

Oder verabredet euch auf Fazzebokk um gegen Fazzebokk zu protestieren.



Kunst & Verbrechen
Dienstag, 20. März 2018, 17:55 Uhr
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Blumberg (lll.)
Mittwoch, 14. März 2018, 20:53 Uhr
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Am traurigen Tag des Todes von Stephen Hawking, einem großen Menschen und großen Geist, kam doch noch etwas erfreuliches:

>http://kabra-liest.de/blumberg-von-andreas-niedermann/



Schon wieder nicht richtig gegendert
Dienstag, 13. März 2018, 16:57 Uhr
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Vor 80 Jahren vollzog sich der Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland. Vollzog, ist vielleicht nicht das träfe Wort, aber lassen wirs mal stehen. Was vor allem in den vielen Zeitungsberichten, den Historiensendungen und Essays im TV zum Thema ins Auge sticht, ist, das einfach wieder mal nicht ordentlich gegendert wird.
Es heißt nicht Nationalsozialisten, sondern: Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, es heißt nicht Mörder und Folterer, sondern: Mörderinnen und Mörder, Folterinnen und Folterer, Verbrecherinnen und Verbrecher, Verräterinnen und Verräter, Lagerchefinnen und Lagerchefs.
Merkt’s euch endlich!



Diarrhoe-Oscar
Montag, 5. März 2018, 13:06 Uhr
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Gestern erfand ich etwas. Den “Diarrhoe-Film“.
Ich sah mir den „Revenant“ an, ein Film der vor 2 Jahren etwa dreizehn Oscar-Nominierungen erhalten hat. Und, ich glaube, auch drei bekommen hat. Mindestens. Ist auch egal. Ein Ärgernis war er auf jeden Fall. Unsorgfältiger kann man kaum recherchieren.
Ein Kerle, der gute, alte Leo DiC, kriecht tagelang schwer verletzt durch die eisige Wildnis von Oregon, und wenn er nicht kriecht, dann tappt und schwimmt und planscht er im Fluss. So ein taffes Kerlchen hat die Welt noch nicht gesehen. Jeder Reinhold Messner wäre mindesten 24 Mal an Erfrierungen draufgegangen, aber nicht Leo.
Die Handlung? Eine währschafte Dünnpfiff-Dramaturgie, die sich bereits im Titel erschöpft hat. Ein Mec kehrt zurück und rächt sich. Ein Film gegeignet für Menschen, denen eine Darmgrippe alle 10 Minuten einen Toilettenstopp abverlangt. Wie lange der auch dauern mag: Man verpasst nichts.
Ein Dünnpfiff-Film eben. Er hätte den Diarrhoe-Oscar erhalten sollen.