zum Songdog Verlag


Die Knallbar Diaries (46)
Montag, 27. Februar 2017, 17:13 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Verleger Moss rief an. (Wie oft hab ich das schon hingeschrieben? Leichtfertig. Unbedarft. Aber nichtsdestotrotz absolut wahr.)
Er war der Meinung, dass ich mich zu still verhielte. Ich müsse politisch Stellung beziehen, und all sowas, sacht er. Alle täten es, sacht er, nur der Knallbar hält sich wieder mal vornehm zurück. Fracht er, ob dies aus Feigheit geschähe oder doch nur meiner weltberühmten Faulheit geschuldet sei.

Fuck you, cocksucker, sach ich ganz freundlich, hat denn nicht bereits jeder und jedin zur Sache gesagt, was es zu sagen gibt? Und dies auch noch mehrmals? Soll ich auch noch meinen intellektuellen Seim abstreifen, frach ich. Nö, sacht Moss, aber wieder mal ein Wort von dir zur Lage wär schon angebracht.
Hab nichts zu sagen, was nicht bereits mehrmals gesagt wurde, sach ich.
Ja, und sonst? Nichts?
Na ja, sach ich. Kaum was.
Ach, komm, jeiert Moss, irgendwas is doch immer.

Also gut, sach ich, hurch zue: Heute morgen, nach dem Schwangerschaftsturnen, hat ich’s eilig und ging wie üblich bei Rot über die Straße. Steht so eins von diesen neuen, grünen Pussymännchen mit Söhnchen vor der roten Ampel, einer von diesen neuen Typen, die jetzt weiblicher als die Muttis ihrer Blagen sind, und ruft mir nach: “Danke, dass Sie meinem Sohn ein Vorbild sind!“
Sach ich: „Sehen Sie zu, dass SIE ihrem Sohn ein Vorbild sind. Das reicht vollkommen!“

So läuft das jetzt also bei diesen, vom herrschenden Solzialstaat deppert gefütterten Mulchen: Jetzt muss jeder und jedin auch noch Vorbild für ihre Gschroppen sein.
Eigentlich hätte ich der Pussy eine langen sollen, aber du weißt ja wie ich bin: Gutmütig bis zum Exzess. Stimmts Moss?
Aber da hatte er schon aufgelegt. Der wollte gar nicht wissen, was ich von der Weltlage hielt, der Cocksucker…



Die fuckin’ Cocksucker Story am Sonntag
Sonntag, 26. Februar 2017, 15:54 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Fuckin’ Cocksucker Lutz Marschenscheid, fuckin’ CEO eines fuckin’ internationalen Lebensmittelkonzerns, trat in seinem Eckbüro im 16. Stock ans Fenster und blickte über die fuckin’ Stadt.
“Sieh nur,“ sagte er zu sich, „ die fuckin’ Stadt liegt dir zu Füßen. Du thronst hoch über ihr. Du hast es wirklich fuckin’ geschafft.“
Das wiederholte er jeden fuckin’ Tag, denn dies verlieh seinem Arbeitsleben ein gewiße Süße, und Süße hatte fuckin’ Cocksucker Lutz Marschenscheid bitter nötig.

Gerade als er sich abwenden wollte, um sich an seinen fuckin’ fünfzig Tausend Euro Schreibtisch zu setzen, sah er draußen, hoch in der Luft, etwas herankommen. Erst dachte er an einen fuckin’ fehlgeleiteten Hubschrauber, aber es war ein lautloser, riesiger fuckin’ Schatten der da nahte, ein fuckin’ Condor, dachte Lutz, ein Cocksucker Geier oder sowas. Es kam näher und näher, direkt auf sein fuckin’ Fenster zu und Lutz starrte es an – und dann war es - fuckin’ - da.

Ein fuckin’ rosa Cocksucker Pferd. Jawoll!, ein rosa Pferd, das wie ein mittelalterliches fuckin’ Schlachtross aufgezäumt war! Es stoppte direkt vor Lutzens fuckin’ Fenster, stand ruhig in der Luft, zwinkerte Lutz Marschenscheid fuckin’ kumpelhaft zu und entschwand wieder in der fuckin’ Bläue des Himmels.
Lutz hätte jetzt einen fuckin’ Schnaps gebraucht, aber den Schnaps hatte er, wie alle anderen gefährlichen Genüsse, aufgegeben, und so nahm er Vorlieb mit einem Alka Seltzer und einer fuckin’ Ohrfeige, die er sich selber verpasste.
Tatsächlich: er war fuckin’ wach. Es war also kein Traum. Was für ein fuckin’ Cocksucker Bullshit!!

Von nun an kam das fuckin’ rosa Ross jeden Tag, hielt kurz vor seinem fuckin’ Fenster und zwinkerte ihm zu. Immer Punkt 14h19. Es kam bei fuckin’ Sonnenschein und es kam bei fuckin’ Regen. Wenn die Sonne schien, sah es aus wie der Schatten eines gewaltigen Vogels, und wenn es regnete, leuchtete es wie das fuckin’ rosa Neonpferd, dass Lutz Marschenschneid in den fuckin’ USA gesehen hatte.

Er fand die Erscheinung langsam etwas beunruhigend, aber andererseits gewöhnte er sich auch daran. Und so war er fuckin’ beunruhigt, aber auch irgendwie fuckin’ stolz, weil dieses fuckin’ rosa Ross ihm kumpelhaft zuzwinkerte. Trotzdem benagten ihn Zweifel. War er der einzige, der dieses fuckin’ rosa Ross sehen konnte? War er etwa ein verklemmter fuckin’ Cocksucker?

Bislang hatte er mit niemandem darüber gesprochen, aber an einem fuckin’ prächtigen, glasigen Frühherbsttag richtete er es so ein, dass sein Freund, der fuckin’ coole Cocksucker Headhunter Valerio Rostfaller, kurz nach Zwei in sein Büro kam. Lutz war fuckin’ nervös, denn es war klar, wenn Cocksucker Valerio das Ross nicht sehen konnte, dann hatte er, Lutz, ein fuckin’  Problem.
Lutz blickte immer wieder bang auf die fuckin’  Uhr: 14h17, 14h18, 14h19. Da war es! Das fuckin’ rosa Ross kam herangeflogen.
Lutz wandte den Blick nicht von fuckin’ Valerio, und es entging ihm nicht, wie dieser erschrocken die Augen aufriss und wie gelähmt aus dem fuckin’ Fenster starrte.
Als es vorbei war, sagte der coole fuckin’ Valerio fuckin’ aufgeregt:
„Das hast du jetzt auch gesehen, oder?“
„Fuckin’ Cocksucker! Bin ich fuckin’ froh!“, sagte Lutz erleichtert. „Du siehst es also auch…“
„Ja. Fuckin’ irre. Dieses fliegende fuckin’ blaue Schwein…“



Die fucking story der Woche
Montag, 20. Februar 2017, 13:08 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Fast neulich, in der Nähe von Deadwood

An einem brennheißen Augusttag im Jahre 1876, suchte Cowboy Ronnie Maplethorpe nach einigen verirrten Mavericks. Irgendwann bemerkte er, dass er seinen Colt verloren hatte. Es musste geschehen sein, als sein Pinto, bei einem vom Wind bewegten Mesquitebusch, scheute und stieg.
Also ritt Ronnie zurück, um nach dem Colt zu suchen. Er war müde und ziemlich sauer, und der fucking Schweiß lief ihm in Strömen über sein fucking Gesicht, was seine Laune auch nicht gerade besserte.

Als Ronnie zu besagtem Busch kam, fand er zwar nicht seinen Colt, aber eine Menge seltsamer Spuren darunter. Er stieg ab, um sie genauer zu untersuchen, und plötzlich stand, wie aus dem Boden gewachsen, ein Indianermädchen vor ihm. Es war etwa 11 Jahre alt, fucking hübsch, mit einem fucking frechen Mund, fucking klugen Augen, und Ronnies fucking Colt in der rechten Hand.

„Hey“, sagte Ronnie, „der fucking Colt gehört mir“, und streckte seine Hand aus. Das Mädchen machte nichts anderes als den fucking Hahn zu spannen. Der Lauf zeigte direkt auf Ronnies fucking balls.
„Zuerst, fucking Cowboy, sagt man mal fucking „Guten Tag“, sagte das Mädchen. „Was habt ihr Cocksucker Weiße bloß  für Manieren?“
„Was?“, sagte Ronnie verdutzt.
„Manieren“, sagte das Mädchen, „Man sagt erst fucking Guten Tag…“
„Ja,ja… fucking Guten Tag… Das ist mein Colt. Gib ihn her.“
„Wenn man etwas von einem anderen möchte, wie sagt man da?“
„Was?“
„Wie sagt man da?“
„Was?”
„Ein bisschen nervst du schon, mit deinem fucking „Was“. Hast du fucking Wasitis?“
„Was?“
„Eindeutig! Du hast sie. Die fucking Wasitis.“
„So jetzt ist aber fucking Schluss, Minibitch. Gib mir das fucking Ding.“
„Was krieg ich dafür? Und sag jetzt ja nicht fucking „Was“?“
Ronnie schaffte es gerade noch, ein riesiges fucking „Was“ herunterzuschlucken, und sagte dann: „Kriegen? Es ist fucking meiner, ich hab ihn verloren…“
„Ja, und ich hab ihn gefunden.“
„Ich muss dir gar nichts geben…“
„Glaub ich aber schon“, sagte das Mädchen und wedelte mit Ronnies Colt herum.
„Ich glaubs aber nicht“, sagte Ronnie entschieden. „Gib her!“
„Ich will deine fucking Hose“, sagte das Mädchen.
„Was?“
„Bei fucking Manitou, du hast dich wohl überhaupt nicht unter Kontrolle. Deine Hose will ich.“
„Wie sagt man, wenn man etwas von einem anderen will?“, sagte Ronnie schlaumeierisch.
„Oh, entschuldige“, sagte das Mädchen. „Deine fucking Hose, bitte.“
„Na, geht doch. Meine Antwort ist: Bist du fucking deppert, Minibitch!!!“
„Jetzt will auch deine fucking boots, und wenn du „was“ sagst, dann nehm ich auch den fucking Pinto.“

Kurz vor Einbruch der Nacht, stießen zwei heimreitende Cowboys von der T-Bone Ranch auf einen ihrer Kollegen. Er kauerte in Unterhosen, Hemd und Socken unter einem Mesquitebusch. Kein Pferd, nirgends.
„Bloss weg hier“, sagte der ältere Cowboy und griff in die Zügel des Jungen.
„Was? Warum? Fucking Ronnie braucht unsere Hilfe…“
„Nix da. Der hat fucking Wasitis…“
„Was?“
„Holy Cocksucker! Jetzt hats dich auch schon erwischt…“
„Was?“
„Zu spät…“
„Was?…“





Der Drecksack bittet um Ihre Aufmerksamkeit
Freitag, 17. Februar 2017, 11:35 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein
LIEBE DRECKSACK-AUTOREN, -FOTOGRAFEN, -LESER UND -FANS:

Obwohl sich der DreckSack seit nunmehr 7 Jahren und 27 Ausgaben (die 28. ist in Arbeit) mit annähernd 200 veröffentlichten Autoren und Fotografen über Wasser hält, glauben wir, daß ihm ein wenig mehr Reklame guttun würde.

Deshalb denkt bitte daran – so ihr bei Facebook aktiv seit – Informationen zum DreckSack (https://www.facebook.com/drecksackberlin oder https://www.facebook.com/florian.gunther.566) zu TEILEN, um mehr potentielle Interessenten zu erreichen. Es versteht sich von selbst, daß die Zukunft unserer Zeitschrift auch von ihrem Bekanntheitsgrad abhängt. Erreichtes freut uns, läßt sich aber auch ausbauen.

Des Weiteren suchen wir noch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter, der sich mit Ideen, gutem Willen und einem gewissen Maß an Eigenständigkeit um unseren Facebook-Auftritt kümmern könnte. Hier liegt noch einiges im Argen, das es zu verbessern gilt. Kostenlose DreckSack-Ausgaben, sowie gelegentliche Buch-Geschenke wären ihm/ihr gewiß.

Florian Günther
Herausgeber

NEUERSCHEINUNG 2015 IN DER EDITION LÜKK NÖSENS:
Florian Günther
GENUG ZEIT ZU VERLIEREN
Neue Fotos, gebrauchte Gedichte
Mit Textbeiträgen von Miriam Spies, Heyne Winterfeldt und Peter Wawerzinek
256 Seiten, Klappenbroschur
23 x 17 x 2 cm, ca. 150 teils farbige Abbildungen
EDITION LÜKK NÖSENS
Kochhannstraße 14 // 10249 Berlin

Telefon: 030 / 65 91 16 15 / Funk: 0157 53 04 48 20
Mail: edition.ln@web.dewww.edition-luekk-noesens.de

Copyright © 2017 Edition Lükk Nösens, All rights reserved.
-

Our mailing address is:

Edition Lükk Nösens

Kochhannstr. 14

Berlin 10249

Germany

Add us to your address book



Die Knallbar Diaries (45)
Mittwoch, 8. Februar 2017, 16:03 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Für konservative Burschen - wie ich einer bin-, war es schon immer leicht, es ein bisschen schwerer zu haben. Es dauert halt ein wenig, bis die Erkenntnis durch den Filterglibber ihres Gehirns gesickert ist; dafür kommt sie dort vollkommen rein an, und schmeckt köstlich.
Was ich damit sagen will?
Ich bin den HBO-Serien verfallen. God damn! Ich bin erschüttert. Was da gesoffen wird! Keine Szene ohne Bourbon Gegurgel (True Detective, Justifie, Ray Donovan). Die Lebern der Protagonisten möchte man nicht persönlich kennenlernen. Ham die noch nie was von der WHO-Empfehlung, was Alkohol anlangt, gehört? Oder sind die Lebern der Amis aus härterem Material? Größer? Effizienter? Unempfindlich? Geimpft? Immunisiert? Transplantiert?
What the fuck ever. Mir gefällt der Saufporno, mal ganz abgesehen davon, dass mir scheint, als hätten die Drehbuchschreibenden ihren Shakespeare, ihren Kafka und Poe gelesen. Und was für großartige Akteure!
Aber das wisst ihr ja alles schon, ihr schnellen, vortwärtsstrebenden, upgedateten Schnuckiputzis.

Nur der Knallbar steht wieder mal auf dem Schlauch. Und wenn er die Düse aufdreht, sprüht reinster fünfzig Prozent „Knob Creek“ small batch in seinen weit aufgerissenen Schlund…



Die Knallbar Diaries (44)
Montag, 9. Januar 2017, 11:18 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Einmal wenigstens hat Thomas Mann etwas Wahres und Gutes gesagt: „Ein Schriftsteller ist jemand, dem das Schreiben schwerer fällt, als den anderen.“
“So ist das mit Schreiben”, wie mein Lieblingswirt sagt, wenn er wieder mal den Deckel zusammenrechnet.

Ich kann nur sagen, dass der Tag, an dem ich gut geschrieben habe, ein guter Tag ist, und mir deswegen der Rest, mit dem ich mich auch plagen muss, leicht fällt. Aber wenn nicht eine einzige Zeile herausschaut, die lohnt laut gelesen zu werden, dann nervt der Rest, als hätte ich einen schlimmen Kater.

Schreiben ist nicht schön. Geschrieben haben ist schön. Sacht der Knallbar Lev-André. Glaubt es ihm ruhig. Dann wisst ihr auch, warum er dauernd dieses Scheißlaune verströmt…



Por qué no te callas!
Sonntag, 8. Januar 2017, 18:35 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Manchmal, nicht sehr oft, gebe ich bestimmten masochistischen Regungen nach, und lese ein paar Postings der sogenannten „users“ in einer österreichischen Tageszeitung (DerStandard).

Ich lese so zwei, drei, manchmal vier Ausbrüche und denke die ganze Zeit doch nur an den Ausspruch von König  Juan Carlos - an Hugo Chavez gerichtet, der am Ibero-amerikanischen Gipfel in Chile wiederholt den spanischen Premier Zapatero unterbrach:

Por qué no te callas!

Si! Por qué no te callas! Todos!



Robert Frank
Montag, 2. Januar 2017, 19:39 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Sieht ganz so aus, als gäbsfür  ein Mal einen verdammten Grund nach Salzburg zu fahren. (Außer um nach München, Augsburg usw. umzusteigen.)

http://www.museumdermoderne.at/de/ausstellungen/aktuell/details/mdm/robert-frank-1/



Songdog Verlag stirbt (nicht)
Samstag, 31. Dezember 2016, 19:09 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Die Neuigkeit ereilt mich per T-Text: Die österreichische Post hat auch dieses Jahr wieder einen Weg gefunden, eine massive, völlig abstrus begründete und ungerechtfertigte Tariferhöhung durchzusetzten. Das ist sozusagen die letzte Nachricht des Jahres 2016!

Der Songdog Verlag wird unter diesen Umständen nicht mehr weitermachen können. Denn: Nun soll ein Buch nach Deutschland (dort sind die Leser von Büchern aus dem Verlag), statt € 4,50 ( was ja an und für sich schon ein Wahnsinn war) € 6,90 kosten. In Worten: sechsneunzig!
Wem ist die Preiserhöhung zuzumuten? Dem Kunden? Den Buchhandlungen? Dem Verlag?

Ich weiß es nicht.



Die Knallbar Diaries (43, X-Mas)
Freitag, 23. Dezember 2016, 13:50 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Zurück aus dem süßen Amnesien und einem recht erfreulichen Trip durch Stressanien mit zartbitterem Aufenthalt in Wann-gehts-endlich-weiter-Land, finde ich mich - geng no der Lev-André Knallbar - wieder zur Schreibfron ein, und wünsche hiermit allen und allinnen, Freund, Feind und Gleichgültigen ein verdammt frohes Fest, mit wem und was auch immer.

Die Familie Knallbar findet sich in genau 8,43 Meter Abstand zum Christbaum ein, um nach der Bescherung mit unseren Luftdruckpistolen ein paar Kartons Hutschenreuther Weihnachtskugeln von den Ästen zu ballern.
Man gönnt sich ja sonst nichts.