zum Songdog Verlag


Eine Empfehlung
Donnerstag, 20. April 2017, 12:27 Uhr
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Ein Interview mit dem Schriftsteller Édouard Louis, der das wunderbare, wichtige, schmutzige, gewaltstrotzende, schöne und wahre Buch „Das Ende von Eddy“ geschrieben hat.

Nicht nur allen gelinkten Linken sei es ans Herz gelegt. Beides. Das Buch und das Interview:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/frankreich-die-linke-muesste-meine-eltern-ansprechen-ohne-soziorassistisch-zu-sein-1.3469363



Die Knallbar Diaries (49)
Dienstag, 18. April 2017, 09:54 Uhr
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Verleger Moss ruft an.
-Was ist, Knallbar, hast du heute etwas zu den Zeitläuften zu sagen? Oder hälst dich wieder mal vornehm zurück.
-Hör zu, Moss, ich sag dir was: Wer in Sicherheit und Freiheit lebend, in seiner alten Heimat demokratisch den Faschismus wählt, ist ein widerwärtiges und verachtenswertes Stück Scheiße, und die innerste Zicke seines Wollens ist letztlich Krieg. Reicht das?
-Vollauf, Knallbar, vollauf.



Die Knallbar Diaries (48)
Sonntag, 16. April 2017, 09:48 Uhr
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Eine Lieblingsfurcht des blutjungen Lev-André Knallbar war, sich der Vorstellung hinzugeben, ohne eine Münze in der Tasche (pleite wie immer), und ohne Vorwarnung, auf die Straßen von New York gebeamt zu werden, plötzlich am Times Square zu stehen oder in einem Straßenzug der Bronx, einfach so, piff-paff-puff. Da ging dem Kleinen aber der Reis! Wobei, so klein war er auch wieder nicht, nur jung.

Und so mühte er sich redlich, der Lev-André, diese Lieblingsangst zu überwinden, und lebte dahin, bis die Furcht sich in Lust verwandelt hatte. Das hielt er geheim, verriet es niemandem, bis er dann einmal darüber schrieb. Unter einem Pseudonym, das hier, an dieser Stelle, gelüftet werden soll: Martin Walser. Oder war’s doch Günter Grass? Oder Donna Leon? Zsusa Bank?



Die Knallbar Diaries (47)
Freitag, 31. März 2017, 20:02 Uhr
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Die Ahnung war vorhanden, jetzt ist es Gewissheit: wir, die Hippies, sind schuld an Trump, LePen, Putin, Pegida und AfD.

Macht nichts. Ich persönlich bin es gewohnt, schuldig zu sein. Wir sind schuld, weil wir gegen den Staat waren, die Familie, den Zwang, die bescheuerten Lebensperspektiven, die in einem Häusel in einem Vorort zu einem Ende finden sollten. Wir sind schuld, weil wir der Spießerhölle unserer Altvorderen entkommen wollten, weil wir Drogen einwarfen und Hermann Hesse lasen.
Gut, wir habens so halb verkackt, das Make Love not War, das Peace Brother, und den ganzen Rest der Revolution. Wir sind schuld. Geschieht uns recht.
Und irgendwie will man mich jetzt glauben machen, dass ich gewonnen hätte, und weil ich gewonnen hätte, würde ich jetzt Macht ausüben. Etwas dümmeres hab ich noch nie gehört.
Schuld bin trotzdem. Schuld, weil wir nicht den Endsieg davongetragen haben.

Aber wer ist eigentlich Schuld, dass wir Hippies wurden?
Eben.



Das Sprüchemuseum (76)
Mittwoch, 29. März 2017, 21:27 Uhr
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„Eine Ecke in Schöneberg erregt mich mehr, als der Schnee auf dem Mont Blanc.”

Jörg Fauser

Wir sagen: Das ist zwar nicht der Mont Blanc, nur die Jungfrau, aber Schöneberg ist auch nicht mehr was es einmal war.



Die fucking Story am Sonntag - mit viel fucking, aber eher wenig Cocksucker
Sonntag, 12. März 2017, 18:07 Uhr
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  • - Täusche ich mich oder hast du fucking zugelegt?
  • - Das ist jetzt nicht dein fucking Ernst, oder?
  • - Ich wollte nur höflich sein.
  • - Brauchst du nicht. Ich weiß, wie ich aussehe. Zur Zeit.
  • - Dann ist ja gut. Fucking viel bist geworden.
  • - Wie meinst du das?
  • - Na ja, ohne Blumen: Fucking fett.
  • - Fucking Rauchstopp.
  • - Gratuliere.
  • - Was gibt’s da zu gratulieren? Siehst ja was daraus geworden ist. Fucking 15 Kilo mehr.
  • - Und was unternimmst du dagegen?
  • - Unternehmen? Was soll ich unternehmen? - Nichts.
  • - Weiß doch jeder, dass das Rauchen den fucking Darm daran hindert alle Nahrung aufzunehmen und man daher mehr essen kann. Musst halt ein bisschen Sport machen. Wie wär’s mit fucking Joggen?
  • - Geht nicht. Bin zu schwer. Fucking Gelenke.
  • - Radfahren?
  • - Kann ich nicht.
  • - Im Ernst?
  • - Im Ernst.
  • - Fucking Fitnessstudio?
  • - Das ist doch deprimierend. All die fucking Cocksucker, die sich vergebens mühen jung und aktiv zu bleiben und am Ende doch den fucking Löffel abgeben.
  • - Bist du ein fucking Kauz, oder was!
  • - Stimmt doch. Fucking no! Definitiv: Kein fucking Fitnessstudio.
  • - Ich hab’s: Du schaffst dir einen fucking Hund an. Die Spaziergänge mit ihm bringen dich wieder auf Trab…
  • - Ich kann Hunde nicht ausstehen.
  • - Du kannst Hunde nicht ausstehen? Was bist denn du für eine strange Art von Cocksucker?
  • - Einer der vielen, die fucking Hunde nicht mögen. Nichts weiter.
  • - Wie wärs mit Appetitzüglern?
  • - Verträgt mein Magen nicht.
  • - Mit Willenskraft weniger futtern?
  • - Vergiss es.
  • - Ich habs: Fucking Schwimmen.
  • - Ja, das könnte gehen. Schwimmen ist fucking cool.
  • - Na super. Dann haben wir das Problem ja gelöst…
  • - Nee, stopp, geht nicht. In Hallenbädern zieh ich mir immer einen fucking Pilz auf, und in Naturgewässern meldet sich meine Algenallergie. Da bin ich nur noch am Niesen und rotzen.
  • - Dio mio, du bist vielleicht kompliziert. Aber ich geb nich auf.
  • - Wie du willst.
  • - Fucking Rudern?
  • - Mein fucking Arsch passt in kein Boot.
  • - Bergwandern?
  • - Siehst du hier irgendwo einen fucking Berg?
  • - Skilanglauf? Eislaufen?
  • - Wir haben fucking 34 Grad.
  • - Pilates, Yoga, Aerobic, Bodybuilding, Boxen, Thai Chi oder japanischer Schwertkampf…
  • - Drehst du jetzt durch?
  • - Nein. Aber ich gebe nicht auf. Niemals.
  • - Du bist eben ein fucking echter Freund.
  • - Stimmt. Und jetzt hab ich die fucking Lösung…
  • - Und die wäre?
  • - Du kaufst dir eine Schachtel Zigaretten…


Die fuckingfreie fucking story am Sonntag (2)
Sonntag, 5. März 2017, 15:17 Uhr
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“Ich liebe Mussorgsky”


Jung-Bauer Modest Moor, der sich nach dem Tod seiner musikverrückten Mutter in Max umbenannt hatte - man hatte ihn als Kind nur „Modi“ gerufen -, bewirtschaftete seinen kleinen Hof im schroffen Holltal allein, und es fehlte ihm an nichts.
Als sich aber irgendwann, ein leiser, dann stetig anschwellender Schmerz in seiner Brust einistete, dachte Max erst einmal an hartnäckiges Sodbrennen. Er sollte vielleicht seine Ernährung ändern, dachte er, und ging zu Bett und vergass das mit der Ernährung gleich wieder.

Eines Morgens wachte er auf, und hatte das Gefühl, dass aus dem Gelege des Schmerzes, kleine, hungrige Schmerzchen geschlüpft waren, die krähend und lebensgierig nach Nahrung verlangten.
Und dieses Gefühl blieb – und wuchs.
Einmal vetraute er sich dem Dorfwirt Wastl an, und der sagte nur: „Max, du brauchst eine Frau.“
Er riet Max, ein Inserat aufzugeben.
„Und stell dein Licht nicht unter den Scheffel“, sagte er. „Die Frauen mögen keine bescheidenen Männer. Trag ruhig mit dem Schaufelbagger auf.“

Max beherzigte Wastls Rat, allerdings mit schlechtem Gewissen.
Er war nun nicht mehr 1,72m groß, sondern 1,82, besaß nicht sieben Kühe, sondern zwölf, sein Haus war kein bescheidenes Anwesen mehr, sondern ein moderner Bungalow mit Hollywoodschaukel, auf der er, wie er schrieb, mit seiner Braut in den Sonnenuntergang schaukeln würde. Dass die Sonne im schroffen Holltal bereits gegen 15 Uhr hinter den gezackten Graten verschwand, erwähnte er nicht.
Er zeigte das Inserat Wastl, der nickte, klopfte ihm auf die Schulter, und das Warten begann.

Eines Tages lag ein parfümierter Brief im Briefkasten, und zwei Wochen später traf Max sich mit Olivia in einem Café der Kreisstadt.
Olivia war groß, dunkel und schlank, mit träumerischen Augen, die Max das Gefühl gaben, dass alle krähenden Schmerzchen in seiner Brust gerade wohlig satt waren.

Sie verabredeten, sich am nächsten Wochenende bei Max zu Hause zu treffen.
Die nächsten Tage blieben die Vögelchen in Max’ Brust ruhig. Dafür meldete sich das schlechte Gewissen. Er schämte sich jetzt und wünschte, er hätte nicht so übertrieben.
„Ach was,“ sagte Wastl. „Nur immer brav den Kurs halten. Dann wird das schon.“

Max bangte dem Wochenende mehr entgegen, als dass er es herbeisehnte.
Als Olivia dann kam und er ihr alles gezeigt hatte, sagte er: „Du hast wohl bemerkt, dass ich ein wenig übertrieben habe.“
„Ja“, sagte Olivia, „aber ich bin auch ein kleines bisschen von der Wahrheit abgewichen…“
„Aber nicht so extrem wie ich, oder?“
„Wie mans nimmt“, sagte Olivia und verschleierte ihren Blick verführerisch. „Ich bin – ein Mann.“
„Okay“, sagte Max. „Aber ich muss noch was gestehen: Ich heiße nicht Max, sondern Modest. - Schlimm?“
„Aber nicht doch. Ist perfekt“, sagte Olivia, „Ich liebe Mussorgsky.”
Wastl wurde Trauzeuge.



Die Knallbar Diaries (46)
Montag, 27. Februar 2017, 17:13 Uhr
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Verleger Moss rief an. (Wie oft hab ich das schon hingeschrieben? Leichtfertig. Unbedarft. Aber nichtsdestotrotz absolut wahr.)
Er war der Meinung, dass ich mich zu still verhielte. Ich müsse politisch Stellung beziehen, und all sowas, sacht er. Alle täten es, sacht er, nur der Knallbar hält sich wieder mal vornehm zurück. Fracht er, ob dies aus Feigheit geschähe oder doch nur meiner weltberühmten Faulheit geschuldet sei.

Fuck you, cocksucker, sach ich ganz freundlich, hat denn nicht bereits jeder und jedin zur Sache gesagt, was es zu sagen gibt? Und dies auch noch mehrmals? Soll ich auch noch meinen intellektuellen Seim abstreifen, frach ich. Nö, sacht Moss, aber wieder mal ein Wort von dir zur Lage wär schon angebracht.
Hab nichts zu sagen, was nicht bereits mehrmals gesagt wurde, sach ich.
Ja, und sonst? Nichts?
Na ja, sach ich. Kaum was.
Ach, komm, jeiert Moss, irgendwas is doch immer.

Also gut, sach ich, hurch zue: Heute morgen, nach dem Schwangerschaftsturnen, hat ich’s eilig und ging wie üblich bei Rot über die Straße. Steht so eins von diesen neuen, grünen Pussymännchen mit Söhnchen vor der roten Ampel, einer von diesen neuen Typen, die jetzt weiblicher als die Muttis ihrer Blagen sind, und ruft mir nach: “Danke, dass Sie meinem Sohn ein Vorbild sind!“
Sach ich: „Sehen Sie zu, dass SIE ihrem Sohn ein Vorbild sind. Das reicht vollkommen!“

So läuft das jetzt also bei diesen, vom herrschenden Solzialstaat deppert gefütterten Mulchen: Jetzt muss jeder und jedin auch noch Vorbild für ihre Gschroppen sein.
Eigentlich hätte ich der Pussy eine langen sollen, aber du weißt ja wie ich bin: Gutmütig bis zum Exzess. Stimmts Moss?
Aber da hatte er schon aufgelegt. Der wollte gar nicht wissen, was ich von der Weltlage hielt, der Cocksucker…



Die fuckin’ Cocksucker Story am Sonntag
Sonntag, 26. Februar 2017, 15:54 Uhr
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Fuckin’ Cocksucker Lutz Marschenscheid, fuckin’ CEO eines fuckin’ internationalen Lebensmittelkonzerns, trat in seinem Eckbüro im 16. Stock ans Fenster und blickte über die fuckin’ Stadt.
“Sieh nur,“ sagte er zu sich, „ die fuckin’ Stadt liegt dir zu Füßen. Du thronst hoch über ihr. Du hast es wirklich fuckin’ geschafft.“
Das wiederholte er jeden fuckin’ Tag, denn dies verlieh seinem Arbeitsleben ein gewiße Süße, und Süße hatte fuckin’ Cocksucker Lutz Marschenscheid bitter nötig.

Gerade als er sich abwenden wollte, um sich an seinen fuckin’ fünfzig Tausend Euro Schreibtisch zu setzen, sah er draußen, hoch in der Luft, etwas herankommen. Erst dachte er an einen fuckin’ fehlgeleiteten Hubschrauber, aber es war ein lautloser, riesiger fuckin’ Schatten der da nahte, ein fuckin’ Condor, dachte Lutz, ein Cocksucker Geier oder sowas. Es kam näher und näher, direkt auf sein fuckin’ Fenster zu und Lutz starrte es an – und dann war es - fuckin’ - da.

Ein fuckin’ rosa Cocksucker Pferd. Jawoll!, ein rosa Pferd, das wie ein mittelalterliches fuckin’ Schlachtross aufgezäumt war! Es stoppte direkt vor Lutzens fuckin’ Fenster, stand ruhig in der Luft, zwinkerte Lutz Marschenscheid fuckin’ kumpelhaft zu und entschwand wieder in der fuckin’ Bläue des Himmels.
Lutz hätte jetzt einen fuckin’ Schnaps gebraucht, aber den Schnaps hatte er, wie alle anderen gefährlichen Genüsse, aufgegeben, und so nahm er Vorlieb mit einem Alka Seltzer und einer fuckin’ Ohrfeige, die er sich selber verpasste.
Tatsächlich: er war fuckin’ wach. Es war also kein Traum. Was für ein fuckin’ Cocksucker Bullshit!!

Von nun an kam das fuckin’ rosa Ross jeden Tag, hielt kurz vor seinem fuckin’ Fenster und zwinkerte ihm zu. Immer Punkt 14h19. Es kam bei fuckin’ Sonnenschein und es kam bei fuckin’ Regen. Wenn die Sonne schien, sah es aus wie der Schatten eines gewaltigen Vogels, und wenn es regnete, leuchtete es wie das fuckin’ rosa Neonpferd, dass Lutz Marschenschneid in den fuckin’ USA gesehen hatte.

Er fand die Erscheinung langsam etwas beunruhigend, aber andererseits gewöhnte er sich auch daran. Und so war er fuckin’ beunruhigt, aber auch irgendwie fuckin’ stolz, weil dieses fuckin’ rosa Ross ihm kumpelhaft zuzwinkerte. Trotzdem benagten ihn Zweifel. War er der einzige, der dieses fuckin’ rosa Ross sehen konnte? War er etwa ein verklemmter fuckin’ Cocksucker?

Bislang hatte er mit niemandem darüber gesprochen, aber an einem fuckin’ prächtigen, glasigen Frühherbsttag richtete er es so ein, dass sein Freund, der fuckin’ coole Cocksucker Headhunter Valerio Rostfaller, kurz nach Zwei in sein Büro kam. Lutz war fuckin’ nervös, denn es war klar, wenn Cocksucker Valerio das Ross nicht sehen konnte, dann hatte er, Lutz, ein fuckin’  Problem.
Lutz blickte immer wieder bang auf die fuckin’  Uhr: 14h17, 14h18, 14h19. Da war es! Das fuckin’ rosa Ross kam herangeflogen.
Lutz wandte den Blick nicht von fuckin’ Valerio, und es entging ihm nicht, wie dieser erschrocken die Augen aufriss und wie gelähmt aus dem fuckin’ Fenster starrte.
Als es vorbei war, sagte der coole fuckin’ Valerio fuckin’ aufgeregt:
„Das hast du jetzt auch gesehen, oder?“
„Fuckin’ Cocksucker! Bin ich fuckin’ froh!“, sagte Lutz erleichtert. „Du siehst es also auch…“
„Ja. Fuckin’ irre. Dieses fliegende fuckin’ blaue Schwein…“



Die fucking story der Woche
Montag, 20. Februar 2017, 13:08 Uhr
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Fast neulich, in der Nähe von Deadwood

An einem brennheißen Augusttag im Jahre 1876, suchte Cowboy Ronnie Maplethorpe nach einigen verirrten Mavericks. Irgendwann bemerkte er, dass er seinen Colt verloren hatte. Es musste geschehen sein, als sein Pinto, bei einem vom Wind bewegten Mesquitebusch, scheute und stieg.
Also ritt Ronnie zurück, um nach dem Colt zu suchen. Er war müde und ziemlich sauer, und der fucking Schweiß lief ihm in Strömen über sein fucking Gesicht, was seine Laune auch nicht gerade besserte.

Als Ronnie zu besagtem Busch kam, fand er zwar nicht seinen Colt, aber eine Menge seltsamer Spuren darunter. Er stieg ab, um sie genauer zu untersuchen, und plötzlich stand, wie aus dem Boden gewachsen, ein Indianermädchen vor ihm. Es war etwa 11 Jahre alt, fucking hübsch, mit einem fucking frechen Mund, fucking klugen Augen, und Ronnies fucking Colt in der rechten Hand.

„Hey“, sagte Ronnie, „der fucking Colt gehört mir“, und streckte seine Hand aus. Das Mädchen machte nichts anderes als den fucking Hahn zu spannen. Der Lauf zeigte direkt auf Ronnies fucking balls.
„Zuerst, fucking Cowboy, sagt man mal fucking „Guten Tag“, sagte das Mädchen. „Was habt ihr Cocksucker Weiße bloß  für Manieren?“
„Was?“, sagte Ronnie verdutzt.
„Manieren“, sagte das Mädchen, „Man sagt erst fucking Guten Tag…“
„Ja,ja… fucking Guten Tag… Das ist mein Colt. Gib ihn her.“
„Wenn man etwas von einem anderen möchte, wie sagt man da?“
„Was?“
„Wie sagt man da?“
„Was?”
„Ein bisschen nervst du schon, mit deinem fucking „Was“. Hast du fucking Wasitis?“
„Was?“
„Eindeutig! Du hast sie. Die fucking Wasitis.“
„So jetzt ist aber fucking Schluss, Minibitch. Gib mir das fucking Ding.“
„Was krieg ich dafür? Und sag jetzt ja nicht fucking „Was“?“
Ronnie schaffte es gerade noch, ein riesiges fucking „Was“ herunterzuschlucken, und sagte dann: „Kriegen? Es ist fucking meiner, ich hab ihn verloren…“
„Ja, und ich hab ihn gefunden.“
„Ich muss dir gar nichts geben…“
„Glaub ich aber schon“, sagte das Mädchen und wedelte mit Ronnies Colt herum.
„Ich glaubs aber nicht“, sagte Ronnie entschieden. „Gib her!“
„Ich will deine fucking Hose“, sagte das Mädchen.
„Was?“
„Bei fucking Manitou, du hast dich wohl überhaupt nicht unter Kontrolle. Deine Hose will ich.“
„Wie sagt man, wenn man etwas von einem anderen will?“, sagte Ronnie schlaumeierisch.
„Oh, entschuldige“, sagte das Mädchen. „Deine fucking Hose, bitte.“
„Na, geht doch. Meine Antwort ist: Bist du fucking deppert, Minibitch!!!“
„Jetzt will auch deine fucking boots, und wenn du „was“ sagst, dann nehm ich auch den fucking Pinto.“

Kurz vor Einbruch der Nacht, stießen zwei heimreitende Cowboys von der T-Bone Ranch auf einen ihrer Kollegen. Er kauerte in Unterhosen, Hemd und Socken unter einem Mesquitebusch. Kein Pferd, nirgends.
„Bloss weg hier“, sagte der ältere Cowboy und griff in die Zügel des Jungen.
„Was? Warum? Fucking Ronnie braucht unsere Hilfe…“
„Nix da. Der hat fucking Wasitis…“
„Was?“
„Holy Cocksucker! Jetzt hats dich auch schon erwischt…“
„Was?“
„Zu spät…“
„Was?…“