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Rüber zu Dobler, subito!
Donnerstag, 23. Juni 2016, 12:21 Uhr
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Heute geht es nicht anders und es ist zwingend, auf die Site unserer befreundeten Blog-Redaktion aus Augsburg, Franz Dobler, verweisen.
Bestes Über Merle Haggard und Links zu wunderbaren Beiträgen von Bernd Seliger über „The Hag“.

Und auch über den Tod von Wolfgang Welt, dessen Roman „Peggy Sue“ mir einst ein Leser nach der Lektüre von „Sauser“ in die Hand gedrückt hat. Er hielt beide Romane  für „L’ art brut“.
Tja.



Das Sprüchemuseum (74)
Mittwoch, 22. Juni 2016, 16:30 Uhr
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„Schon als Kind wurde mir bewusst, dass man die Dinge, für die man brennt, nicht bekommt oder so spät, dass sie einem nichts mehr bedeuten. Darum wird man Philosoph.”

Dani Ed Sandermann

Wir sagen: Geht uns auch so. Aber einige von uns wurden Diebe.



Der Koch, der Kranke, und die FPÖ
Dienstag, 21. Juni 2016, 11:56 Uhr
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„Ein Schweizer Gast“, sagte der österreichische Koch im Nebenbett, „ist ein fairer Gast. Wenn etwas mit dem Teller nicht in Ordnung ist, sagt er es gleich, und wartet bis die Küche es gerichtet hat. Denn er weiß, dass immer etwas schief gehen kann. Der österreichische Gast sagt nichts, isst alles auf, und erzählt dann überall herum, dass man bei mir beschissen isst.”

„Wie der FPÖ-Wahlbeisitzer: Er unterschreibt, dass bei der Stimmenzählung alles mit rechten Dingen zugegangen ist, und behauptet dann - auf Geheiß seines Häuptlings-, dass gar nichts in Ordnung war. Irgendetwas habe ihn unter Druck gesetzt.”

„Ja. So tickt Österreich. Da hilft nix.”

„Oba die Schnitzeln san scho guat, oda?”



Die Knallbar Diaries (19)
Montag, 20. Juni 2016, 10:15 Uhr
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Mein Liebelingsbettler ist offenbar weitergezogen, im Spital oder tot. Jedenfalls lässt er sich nicht mehr blicken. Also bin ich gezwungen, einen neuen Favoriten zu ernennen. Könnte man meinen. Aber warum eigentlich? Vom Gerechtigkeitsstatus her, ist das Almosengeben anyway einen heikle Angelegenheit. Wem gebe ich was, wem nicht. Und warum, und warum nicht? Muss mal Slavoj anrufen, der weiß da sicher was. Das Problem bei Slavoj ist nicht, dass er nichts dazu zu sagen hätte, die Scheiße ist, dass er einfach nicht mehr aufhört zu quatschen. „Halt mal die Fresse, Slawe!“, sage ich manchmal zu ihm, und dann fasst er sich 7 mal hintereinander an die Nase, schnieft, die Augenlider zucken und dann geht’s weiter im Text. Also vielleicht doch nicht Slavoj. Den tattrig brötigen Safranski mag ich nicht anrufen, und auch nicht seinen Kumpel Sloterdjik, und schon gar nicht den Philodarsteller Precht oder gar Edi Finger, ich meine, Juli Zeh.

Muss wohl selber damit klar kommen. Wie mit dem Rest auch.

Etwas ist mir aufgefallen: Es gibt Bettler und Bettlerinnen, die ihren Becher immer gleich leeren, was bedeutet, dass jeder Kunde in einen kleinen Abgrund starrt. Andere lassen immer was drin und zeigen uns damit, dass schon andere gespendet haben. Interessant. Mitleid oder Nachahmung?
Wäre ich noch ein pickliger, notgeiler Studi würde ich meine Doktorarbeit darüber schreiben, über die Bettelei.
Aber zum Glück bin ich Lev-André Knallbar, ein privilegierter, aber ziemlich schlechter Autor (nicht schlechter als die anderen,hey!) mit fett gefülltem Konto und einem wasserdichten iPad, mit dem ich meinen Kontostand auch unter der Dusche geniessen kann.
Aber Bettler ist auch ein schöner Beruf für jungen Leute…



Das Sprüchemuseum (73)
Sonntag, 19. Juni 2016, 09:06 Uhr
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Soziale Medien haben einen gewissen Drall ins Eingemachte.

Julya Rabinowich

Wir sagen: Wenns nur gut gemeint ist, dann ist es auch gut. Passt scho! Oder?



Die Knallbar Diaries (18)
Samstag, 18. Juni 2016, 12:11 Uhr
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Mein Freund ist Fußballer und hat gerade an der EM in France zu tun. Ich habe ihn besucht, weil mir langweilig war, und ich keine Lust hatte, mir den ganzen Tag über schlechte Fußballspiele anzusehen. Meine Produktion von Wörtern, Sätzen, Abschnitten und Kapiteln ist, wie man so sagt, erlahmt. Ich habe einen Sack gestrickt, und strample unten auf dem Grund herum und versuche aufzusteigen. Geht nicht. Also ab nach France. Zu meinem Freund, dem Fußballer.
Sein Name tut nichts zur Sache. Er ist Weltklasse. Soviel sei verraten. Wir sind schon eine ganze Weile befreundet. Wir sehen uns zwei Mal im Jahr. Oder so. Manchmal schreiben wir uns E-Mails. Er auf italienisch. Ich auch.
Wir haben etwas gemeinsames, etwas, das sehr selten ist, etwas, das uns zusammenkettet, wie zwei entflohene Sträflinge in einem Spielfilm.
Er ist Fußballer und interessiert sich nicht für Fußball. Außer, er steht auf dem Platz. Aber sonst geht ihm alles an dem Business am Arsch vorbei. Er liest. Dante, Turgenjew, Dostojewski, Nabokov, und die Zeitgenossen seines Landes. Und manchmal Knallbar.
Fußball interessiert ihn so wenig, wie mich die Literatur. Sie taugt nichts. Eingedenk meiner eigenen. Vertmutlich. Mein Freund weiß da besser Bescheid.
Als wir uns getroffen haben, hab ich ihm was über meine Lieblingsverteidiger erzählt, was sie unterscheidet und warum sie große Klasse sind. Er hat ziemlich gestaunt. So wie ich danach darüber gestaunt habe, was er mir über Nabokov und Pittigrilli zu erzählen wusste.

Das tat richtig gut.



http://www.literiki.com
Freitag, 10. Juni 2016, 10:30 Uhr
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Literiki ist eine App, die für € 2.- /Pro Quartal, täglich Mini-Stories liefert. 2-3 Minuten, gelesen von professionellen Sprechern (Zuvor auch von den Schreibenden.) Gedacht als literarischen „Weckruf“, sind die Geschichten nur einen Tag lang abrufbar und verschwinden dann für immer im was-weiß-ich-wo.

Schwer zu empfehlen für Menschen, die sich gerne nette kleine pointierte Geschichten anhören. Oder sich gar davon wecken lassen möchten.

Wir möchten hier ein Wort von Friedrich Dürrenmatt paraphrasieren, mit dem er die Gedichte von René E. Mueller bedacht hatte: „Einige der Stories sind gut. Vielleicht sogar viele.”

http://www.literiki.com



„Me-we”
Samstag, 4. Juni 2016, 10:38 Uhr
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„ Frag nicht ob die Fliege den Pflug ziehen kann. Spann sie an.”

Muhammad Ali  (17. Jan. 1942 -  3. Juni 2016), Boxer, Poet, Prediger, guter Mensch.



Kramer liest und singt…
Donnerstag, 2. Juni 2016, 11:15 Uhr
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Die Knallbar Diaries (17)
Dienstag, 24. Mai 2016, 10:21 Uhr
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Heute hat B.D. Geburtstag und ich wünsche ihm -und mir auch- noch viele Geburtstage. Der Rest ist gesagt. Von so ziemlich allen. „Let each man sing his own song.“
Mein Fenster ist beschlagen. Draußen regnet es und ich traf meinen Lieblingsbettler  auf dem Postamt, wo er einen ganzen Obstsack voller Münzen auf sein Konto einzahlte. Tüchtiger Kerl. Hat ein Bankkonto. Das nächste Mal werde ich ihm was überweisen. Oder wenn’s dann einmal (eines fernen Tages) wieder abwärts geht, und ich auf der Straße lande, werde ich ihn anpumpen. Ich investiere in den Burschen, als Notnagel…

Gestern tauchte Kollege T. im TV auf und beschwerte sich darüber, dass sich Leute auf den „socialmedias“ darüber beschwert hatten, dass er sich über sie beschwert hatte. Ulkiges Kerlchen. Bestseller-Autor mit Matschbirne. Er ist wie ein Mann der freiwillig auf einer Müllkippe lebt und sich darüber beschwert, dass andere Leute ihren stinkenden Müll abladen.

Es tritt doch immer deutlicher zutage, dass der ganze Hass in der social-müllkippe entsteht. Gärgase.
Die Birnen werden weich. Die Arschlöcher auch.
Not my problem. Das ist das Gute am Reichtum:  Fuck you all. Man besieht sich das Ratrace und den ganzen Müll, wie durch ein Teleskop aus dem Weltall.
Das ist es, was wir Reichen wollen: Unsere Ruhe, vor dieser Müllkippe…
Darum schreibe ich den ganzen Mist, den ihr dann hoffentlich brav kaufen werdet.
Das macht ihr doch, oder?