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Slimetime?
Samstag, 3. Dezember 2016, 13:43 Uhr
Abgelegt unter: Allgemein

Eine Edelfeder, las ich, leistete bei der Arbeiterklasse schriftlich Abbitte: er habe sie verkannt. Die Arbeiterklasse. Soll so sein. Denn die Edelfeder hat keine Ahnung von der Adresse seiner Slimerei, nee, hat er nicht, denn sonst wär es keine Edelfeder, vermutlich nicht mal eine Feder, sondern nur läppischer Lappi.

Das möchte auf uns zukommen, nachdem man die Geflohenen auf jede zweite Stadttheaterbühne gestellt hat: Die Abbitte bei den Verkannten. Kommt her, stellt euch hin, erleuchtet uns mit eurem berechtigten Hass, euren Auslöschungsfantasien, euren Lügen, wir haben es verdient, wir, die von Gnade Gefilterten, die ehrfürchtig nun die Kassiererinnen im Supermarkt grüßen, diese mürrischen Madonnen des Alltags.
War das nicht schon immer das Hobby der Kopfarbeiter? Dieses süße Klampfen fürs Proletariat?

Werden die Verlage jetzt umschwenken? Wenn Hofer gewinnt, schwappt dann eine Flut von Heimatromanen in die Buchhandlungen, Heimatkrimis mit Rehkitzen in Lederhöschen, oder schreibt Gabalier einen Millionenseller mit seiner Autobiografie?
“Wie ich Volksrock’n Roller wurde und trotzdem noch immer nicht weiß, was eine Tautologie ist?”

Erinnern sich die schüchternen Autoren nun an ihre Semesterferien, wo sie mal zwei harte Wochen Ziegelsteine geschleppt haben? Wird dies der neue Stoff, der in den privaten Schreibschulen zu beackern ist?

Vielleicht wirds wieder so wie in den Siebzigern, als man uns mit Gewalt die schönen langen Haare schneiden wollte, uns die Kastration mit rostigen Dosendeckeln antrug. Und danach ab nach Moskau. Onewayticket. In jenen Siebzigern, wo man uns in den Arbeistpausen anpöbelte, weil wir uns geweigert hatten zur Armee zu gehen, geweigert hatten, genauso dämlich, rachsüchtig, konsumgeil, dumm,  alles Schöne, Feine und Kluge verachtend, zu werden wie sie, die Arbeiterklasse.

Das vergesse ich der Arbeiterklasse nie!

No slimetime.



Die Knallbar Diaries (41)
Donnerstag, 1. Dezember 2016, 13:07 Uhr
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Es liegt viel Wut in der Luft, sacht der Wiener Autor Peter Henisch dem Spiegel. Wut in der Luft? In Wien?
Und Knallbar merkt wieder mal nix davon. Meine Indolenz scheint so katholisch wie mein Kontostand. Höchst erfreulich. Natürlich gings Henisch um das, um was es seit gefühlt 5 Jahren geht: Das Unsagbare. Der Rollback. Und natürlich auch, dass Österreich bald einen kornblumblauen Bundespräsi haben wird, der natürlich kein Nazi ist, denn die Nazis sind, wie unlängst ein Passant trocken bemerkte, alle längst tot. Und wo einer recht hat, haben auch andere recht.

Aber zurück zur  Wut in der Luft. Und liegen soll sie auch noch? Wäre denn Wien Wien, ohne Wut? Da ist man doch von Geburt an wütend. Warum? Einfach so. Aus Prinzip. Was eigentlich ganz vernünftig ist. Und auch irgendwie gerecht. Wozu einen Grund haben? Ich meine, der Gründe sind viele. Irgednwie Legion. Und die große Koalition ist daran nicht schuld. Ist es nicht längst bekannt, dass in diesem Land irgendwelche Veränderungen nur nach einem Krieg möglich sind? Und daran ist die große Koalition auch nicht schuld.

Aber dass unreflektierte  Journalisten der traditionellen Medien, den Begriff des „Establishments“ ganz selbstverständlich gebrauchen, wenn sie mit den Lügenpressenlügnern sprechen, findet Knallbar nicht so gut. Das sach ich mit aller Deutlichkeit.

Na gut, aber wo ist die Wut? In meiner Filterblase merk ich davon nichts. In meiner Facebooklosen-Blase. Meiner Fußgängerblase. Meiner Schriftstellerblase. Meiner Schwangerschaftsgymnastikblase. Meiner Wenn-ich-den-schönen-Park- des-Palais-erblicke-Blase. Meiner Country-Rock-Blues-Jazz-Blase. Es blubbert ganz schön in meiner Umgebung, wie ihr sehen könnt. Außerdem lese ich gerade ein Buch von Aleksandar Hemon. In meiner Literaturblase.

Neulich hörte ich in der Garderobe der Schwangerschaftsgymnastik, wie ein Muskelmann in einem „Ich bin ein 88 Prozentiger“-Shirt, einem anderen erklärte, dass alle Flüchtlinge monatlich 5000 Euro erhalten. Dabei sah er mich, Zustimmung heischend, an. Ich konnte nicht anders und prustete einfach los. Und, meine lieben Freunde, Feinde und Gleichgültige, so ist es mit den Meisten: Sie wissen insgeheim, dass sie Scheiße erzählen, aber man mag sich halt nicht immmer den Fakten beugen. Einer wie Knallbar, versteht das. Wir sind wie Islamisten: Wir glauben nicht was wir sehen, sondern sehen was wir glauben. Oder wie Franz Schuh neulich den Satz eines anderen Genies plagierte: Ich weiß, dass ich sterben muss, aber ich glaube nicht daran.
Yeah, Nowhereman, isn’t he a little bit like you and me?

Und wenn jetzt einige Kollegen und Kolleginnen drauf kommen, dass Rückschläge möglich sind, und der Mensch gar nicht so gut und so friedlich, wie sie immer gedacht haben, kann ich als gelernter Kathole nur kichern. Nicht, dass ich das nicht auch mal geglaubt hätte, ist aber schon eine Weile her.

Der jüdische Antifaschist, Autor und  Psychiater Paul Parin, der dieses Jahr hundert Jahre alt geworden wäre, trennte sich ein Leben lang nicht von seiner Pistole. Und er lebte in der sicheren Schweiz. Er hatte seine Gründe.
Das sollte uns doch zu denken geben, oder nicht?



Neues im Songdog Verlag
Sonntag, 13. November 2016, 16:36 Uhr
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Diesen Herbst erscheinen gleich zwei Bücher von bekannten Songdog Autoren.
Der dritte Teil der „herz-Trilogie“ : megaherz, von hp.gansner, und das letzte Buch des im Mai verstorbenen irischen Musikers, Journalisten und Autors, Mick Fitzgerald, „Der Hund, der zum Bankräuber wurde“ (und mehr irische Geschichten), dessen 2010 erschienener Storyband „Session“, sich zum Verlagsbestseller entwickelt hatte.

Auch dieses letzte Buch von Mick gibt es in deutsch und englisch, und wurde wieder übersetzt und herausgegeben von Übersetzerin, Autorin und Herausgeberin Gabriele Haefs.

Erscheinungstermin: Ende November.


Bestellungen: In ihrer Buchhandlung, versandkostenfrei beim Verlag oder aber über Amazon.



Leonard Cohen 1934-2016
Freitag, 11. November 2016, 10:53 Uhr
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“Even damnation is poisened with rainbows.”

Leonard Cohen 1934-2016



Die Knallbar Diaries (40)
Mittwoch, 9. November 2016, 11:29 Uhr
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So, da bin ich wieder!
Die Sonne scheint. Ich warf einen langen Schatten, auf dem Weg zur Schwangerschaftsgymnastik. Sie blendete. Eine kleine Ladung Bourbon kam heute morgen mit der Post. Eine neue Marke. Ganz wunderbar. Trump wird Präsident. Der Zen-Meister sagt: „Man wird sehen.“ Mein Kontostand, unter der Dusche gecheckt, ist erfreulich. Vielleicht sollte man das mit dem Sonnenschein nicht übertreiben.

“Normale Zeiten erfordern Verrücktheit. Wahnsinnige Zeiten Nüchterheit“, sagte mir unsere Gymnastiklehrerin in einer privater Audienz. Peter Weiss sagte, dass die Kunst der einzige Ort ist, wo wir noch was zu sagen haben. So, in etwa, sagte er das.
Unverhofft kommt oft, sage ich.

Ich habe Schmerzen an der rechten Knieinnenseite, gehe aber über vor Dankbarkeit, dass ich noch einigermaßen beieinander bin.  „Alles ist eitel“, sagt Kohelet, der Prediger Salamo. „Haschen nach Wind.“
Johnny Cash wünscht sich eine Pistole, groß wie er selber. Der Tee ist zu süß.  Die Börse reagiert nervös, und mein Sohn fragt, wann denn die Börse nicht nervös reagiere? Ich sage, weiß ich nicht. Sacht er, du weißt aber auch nie was. Sach ich, stimmt haargenau. Bis auf eine Ausnahme: Ich weiß, dass man nie wissen kann.
So siehst du aus, sacht er. Ja, so sehe ich aus, sach ich.
Sacht er, Im Standard gibt es 25196 Postings zur Präsiwahl. Innerhalb von 5 Stunden. Viel Spass beim Lesen, sach ich und höre mir „Tempest” des Nobelpreisträgers an. Irgendwas von wegen „The Titanic was sinking…“

Alter Hut…



Trump’n Haider
Sonntag, 6. November 2016, 11:20 Uhr
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Ich denke nicht, dass das Gros der Leute die Trump wählen, wirklich so naiv ist, dessen Lügen zu glauben. Sie wissen sehr wohl, dass er ein moralisches Schwein ist, aber es ist ihnen egal. So war es schon bei Jörg Haider. Sie wählen Typen wie Haider und Trump, weil das verhasste „Establishment“ Schiss vor ihnen hat.,
Man mag es einfach, einen Anführer zu haben, vor dem sich die anderen fürchten.

Die homophoben Rechten störten sich nicht daran, dass Haider schwul war, denn er benahm sich so, wie es sich – in ihren Augen – für einen Homosexuellen ziemt: Er behielt es für sich.

Darum nützt es nichts, die Lügen und Widersprüche dieser Politiker aufzudecken. Und trotzdem muss es getan werden. Soll niemand nachher sagen können: wir haben nix gewusst.



Ersatzmann
Samstag, 5. November 2016, 18:57 Uhr
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Da Knallbar unwillig ist, sein Tagebuch weiterzuführen, und überhaupt irgendwie verschollen - geht nicht ans Telefon (gut, geht er fast nie) –, muss ich wieder mal die Zeilen streicheln.

Wer’s noch nicht vernommen hat: Freund und Kollege Dobler hat einen Klasseroman geschrieben, den sie in der „Zeit“ auf die Nr. 1 der Krimibestenliste gewuchtet haben. Knallbar hat seinen Jubel zum Buch schon abgegeben, in seiner üblichen Knallbarart. Ich möchte mich da anschließen, und auf meine stille Art nachdoppeln. Wenn man mich herausfordern würde, und fragen, was denn so klasse an „Schlag ins Gesicht“ ist, so würde ich antworten: Da drin ist kein Wort am falschen Platz, keine Worthülsen, keine Phrasen, kein Gedrechsel; der Roman hat diesen lässigen flow, der von harter Arbeit am Wort zeugt. Und: Er ist ein großes, erfüllendes Vergnügen.
Keine Ahnung, warum man Dobler nicht den Deutschen Buchpreis überreicht hat.
Nun, eine Ahnung habe ich schon…



Die Knallbar Diaries (39)
Montag, 24. Oktober 2016, 15:33 Uhr
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Neulich hat Verleger Moss aus der Messe angerufen. Voll im Öl, wie man hier so sagt. Na ja, kein Wunder.
Ich las gerade eine dämliche Polemik von einem Linken, der gegen Menschen (so sagt man heute doch), die im Zug erster Klasse fahren, vom Leder zog. Er plädiert dafür die erste Klasse abzuschaffen.
Zu diesem Behufe klaut er ne Zeitung aus der ersten Klasse, um es den Geltungsschweinen mal so richtig zu zeigen:
Mit der Lektüre, die mir nicht zusteht, setze ich mich in einen Waggon, in dem ich sie nicht lesen kann: Ein Baby schreit, zwei Reihen weiter hinten telefoniert jemand zu laut, ein Damenkegelklub reicht Eierpunsch herum. Aber immerhin habe ich einen Akt zivilen Ungehorsams gegen die Erstklässler drei Wagen weiter vorn ausgeübt.”

Ja, genau. Die Demokratie muss alle gleich machen, und wenn sich der Pöbel schlecht benimmt, dann ist das eben doch ganz demokratisch die Mehrheit, und somit hat sich dem niemand zu entziehen. Na gut, mir wurscht. Ich bin Elite. Eine Minderheit, von der Mehrheit, rechts wie links, gehasst, weil ich mir erlaube, für mein Geld ein wenig Ruhe zu erkaufen. Genuss, sozusagen. Und wenn für einen Ruhe Genuss ist, dann ist er eben ein kapitalistisches Geltungsschwein, denn in der deutschen Demokratie erwirbt man Genuss durch Gebrüll auf dem Fußballplatz, im Bierzelt, oder durch unausgesetzt dummes Gequatsche in Zügen.

Aber jetzt bin ich abgeschwiffen (ziemlich elitäres Verb, wa?).
Moss ruft also an, fett, wie ein mieser Koch.
„Ey, Knallbar“, trompetet er ins Telefon, „wasnmidirlos? Wobissndenn? Dumüsssesthiersein.“
„Moss, du gefilte Speckamsel, lass mich in Ruhe. Ich hab schon schlechte Laune.“
„Ey, Knallbi, des woa itz oba ned Piesi, goa net.“
„Was gibts?“, lenke ich ein. Mit Betrunkenen soll man nicht rechten.
„Hast du schon gehört, dass diese deutsche Double vom Petzner  (Lebensmensch des seligen Jörg Haider. L.A. K.), nach seim Säuferziegel, gleich eine Ausnüchterungsbroschüre hinterher gschom hat? Hastes ghert? Oder nich?“
Ich hatte bereits davon gelesen, und sagte es Moss.
„No supa. Dann mochst jetzt a sowas. Aber andersherum…“
„Wie, andersherum?“
„Du schreibst itza an Ziegel, wo du die Sauferei lobst und preist, und dich über die Nüchternpussys lustig machst. Host ghert!“
„Klar, Moss. Mach mich gleich an die Arbeit.“
„Du kennst dich doch aus, mim Saufen und Koksen unso! Und lebst noch. Ich meine, der Scheiß konnt dir nix anhaben. Und das sollte endlich mal einer sagen, wie gut die Sauferei und die Drogen san. Clint hat schon recht: San ollas Pussys. Und Wappler. Pussys und Wappler. Hundert Bestseller über ein Haufen Nullen, die mim Saufen aufghert ham. Jetzt braucht die Welt ein Gegengewicht zu den Heulsusen. Einen Kerl. Einen gottverdammten Knallbar, vastehst…“
Ich hörte wie er kotzte. Es klang, als täte er es ihnen gewaltigen, dröhnenden Blecheimer.
Ich legte auf, wie man so sagt, obschon ich nicht auflegte, sondern nur den roten Knopf drückte. Eigentlich drückte ich ihn gar nicht, sondern tippte nur zart mit dem Finger drauf.

Es war alles nicht mehr so wie früher. Aber eigentlich wars noch wie früher. Déjà vu auf jeden Fall, was die Gleichmacherei anlangt. Musste ja so kommen.
Schreib ma hoit a urdentliches Säuferbuch. Zeit wär’s ja.



Die Knallbar Diaries (38)
Donnerstag, 20. Oktober 2016, 16:52 Uhr
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Moss will, ich nicht. Er sacht, ist sein gutes Recht, ich hätte mich vertraglich dazu verpflichtet. Stimmt. Aber ich mache den Putin. Scheiß auf den Vertrag, ist doch nur Papier. Und wie in der richtigen Politik kommt’s doch nur drauf an, wer welches Druckmittel hat. Ich bin der Bestsellerautor und er ist fuckin’ Moss who? Ein Verleger? Gibts tausende. Aber Bessie-Schreiber nicht so.
Also muss Moss allein nach Frankfurt. 80’000 Neuerscheinungen. Dieses Jahr. In deutscher Sprache. Meint der Moss, ich soll mir’n Depro aufziehen? Wie beim Besuch einer Krebsstation? Ist doch dasselbe. Alle hoffen darauf, dass es noch ein bisschen weitergeht, bis der Sensemann (irgendein Random House) dich niedermäht. Nichts für mich. Der Anblick von Kollegen deprimiert mich auch schon so. Wenn sie einzeln auch stark sein mögen, im Pulk sind sie ein Idiotenhaufen. Sach mer, ab drei Stück.

Außerdem lass ich mir grad die Muskeln wachsen und einen Nobelpreisträgerschnurrbart stehen. Die sind noch nicht so weit, noch nicht herzeigbar. Nur die Mädels von der Schwangerschaftsgymnastik hatten schon die Ehre. Findens kulio. Beides.

Frankfurt ist nur was für harte Burschen und Mädchen, nichts für Sensibelchen wie mich. Dort sieht man doch dem Gewerbe in den Arsch. Ist wie ne Darmspiegelung auf Video, bei der der Verleger Schnittchen und Rotkäppchen serviert.

Aber Moss muss. Muss Moss müssen?, könnte man auch fragen. Nur schon der Alliteration wegen. Soll froh sein, dass ich ihm treu bin. Noch. Aber vielleicht erwischt es auch mich, und ich muss bald in der Schwangerschaftsgymnastik die Mülleimer leeren. Mit all den Einlagen, Tempos und verschwitzten Einwegslips. Es kommt ja doch wie’s kommt.

Also: Frohes Verkaufen Frankfurt.
Und schon wieder eine hübsche Alliteration. Oder beinahe.
Was soll da noch daneben gehen?



Die Knallbar Diaries (37)
Donnerstag, 13. Oktober 2016, 18:24 Uhr
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Ist das jetzt eine Überraschung oder was. Bob Dylan for Nobelprice. Keine Ahnung, was man dazu sagen soll. Ich meine, was ich dazu sagen soll. Sag ich halt eben, auf meine wortreiche Art, nichts.

Ist auf jeden Fall immer eine Freude, Dylan einen Preis entgegenehmen zu sehen. Sei’s der „Legion étranger“ oder der Plämpel, der ihm der Barak um die Gurgel knüpfte. Beim Barak sachte er nicht mal was, bei Jack Lang in Paris sacht er heiser, sonnenbrillengewandet: „A thousand thankyous!“ Abgang.

Jack Lang brauchte nur eine Sekunde, um zu checken, dass es ein Irrtum war, den Dichter und Musiker vor die ergrauten Honorationen zu nötigen. Hat er dann auch gleich zugegeben, der Jack. Guter Junge, einsichtiger Junge. Ich glaube, Bob Dylan kann man nicht auszeichnen. Ich meine, man kann schon, aber man sieht sogleich bis auf den Karton runter; Dylans Anwesenheit entlarvt gleichsam die Fragwürdigkeit solcher Dinger.

Werd ich also angucken, die Verleihung. Nur schon deswegen hat Dylan den Preis verdient. Aber was heißt schon: verdient? Fasel nicht rum, Knallbar! Verdienen tut man einen Tritt in den Arsch oder das Höllenfeuer, aber einen Preis zu erhalten, ist immer ein Irrtum.

P.S. Habe eben im TV gesehen, wie Henning Krautmacher, Frontmann der kölschen Faschingschunkeltruppe „Höhner“, Bob Dylan als „Kollegen“ bezeichnet hat.
Der war gut. Echt.