Das Sprüchemuseum (22)
Mittwoch, 22. Mai 2013, 17:50 Uhr
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“Er liebt den Geschmack der russischen Freiheit.”
Nikolai Borodatschow auf die Frage, warum Gerard Depardieu Russe geworden sei.
Wir sagen: Offensichtlich hat sich nicht nur Dobrindt, aus Gründen der Tumorprophylaxe, das Gehirn amputieren lassen.
Dazu können wir was sagen
Donnerstag, 16. Mai 2013, 17:24 Uhr
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Die Schweiz erreicht an der Eishockey WM das Halbfinale. 8 Spiele, 8 Siege. Historisch.
Die Russen kriegen gegen die USA eine 4:8 Klatsche, ganz nahe am “Tragerl”.
Wir diskutieren zur Zeit in der Redaktion, was uns mehr Freude bereitet: Das klasse Spiel der Schweizer oder die Russenpleite?
Die Waage neigt sich zugunsten …
Die treuen Blogleser werden’s erraten.
Wir können dazu nichts sagen
Mittwoch, 15. Mai 2013, 17:12 Uhr
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Nach dem Entschluss, die “Schmähungen” einzustellen und nur noch Freudiges zu berichten, ist es der Blockredaktion natürlich nicht möglich den Kommentar dieses steif geschlagenen Batzen CSU-Heuchelgalle namens Dobrindt, unsererseits zu kommentieren; den verleumderischen Dreck, den ein praktizierendes Mitglied der weltweit größten Kindermissbrauchs-Sekte abzusondern sich bemüßigt fühlte, nämlich, den Daniel Cohn-Bendit, der sich nun schon auf allen Kanälen für Worte und Taten aus den 70er Jahren entschuldigt hat, als “widerwärtigen Pädophilen” zu bezeichnen.
Wir können leider dazu nichts sagen.
Das Ende der Schmähung
Dienstag, 14. Mai 2013, 12:08 Uhr
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In den “Drafts” stauen sich die Blockeinträge der Redaktion. Einträge die nicht veröffentlicht wurden. Nicht weil sie mieser als gewöhnlich wären, nein, sie sind genauso schlecht wie sonst auch, aber der überparteiliche Weisenrat, sozusagen die Supervision der Redaktion, sprach geschlossen die Empfehlung aus, auf die Veröffentlichung der Artikel zu verzichten.
Die Empfehlung des Weisenrats, eine Versammlung alter, grau gewordener Rappelköpfe, ist uns Befehl.
Bei den unveröffentlichten Blocks handelt es sich um Schmähungen.
Geschmäht wurden:
1. Das offzielle Österreich, das 68 Jahre gebraucht hat, um zum ersten Mal den 8. Mai, den Tag der Niederlage der Nazis, als Fest zu feiern.
2. Die Piratenpartei, die sich, anstatt sich für die Legalisierung von Drogen einzusetzen, auf eine straffreie Menge von 30 Gramm Haschisch einigten.
3. Radfahrer.
Wir möchten darauf hinweisen, dass es sich hierbei nicht um Zensur handelt. Die Redaktion hat sich darauf verständigt nur noch zustimmende, bejahende, zynismusfreie Blocks zu publizieren.
Wir bitten im Voraus um Entschuldigung. Für die großen Lücken, die dadurch entstehen könnten.
Die Redaktion.
Wunder, beinahe täglich
Montag, 13. Mai 2013, 16:49 Uhr
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Es ist immer wieder wie ein Wunder. Es fühlt sich an wie ein Wunder, und ist doch nur ein magischer Tagesbeginn. Ich weiß nicht, wieviele von dieser Magie berührt werden, sie überhaupt bemerken, nicht jeden Tag, aber fast jeden. Sie verschafft mir die Gewissheit, dass noch nicht gar alles am Arsch ist.
Man mag mich für bescheuert halten, für beschränkt, auf eine obszöne Weise unbedarft, aber trotzdem ist es einfach genial:
Um 8 Uhr früh im Geisteszentrum. Der Typ hinter dem Tresen sagt “Guten Tag”, und du siehst die Leute, die bereits am Arbeiten sind, die Gewichte stemmen, auf den Crosssteppern laufen, ja, und nun kommt’s: keiner quatscht. Niemand spricht dich an, jene, die dich kennen sagen “Guten Morgen”, “Servus” oder “Hallo”, nicht ein Wort mehr, keines zuviel, wie gute Prosa, sie lächeln dabei und du lächelst, machst beinahe glückselig dein Ding, schwitzt und keuchst, und aus den verdammten Boxen kommt nicht ein verdammter Ton. Keine Musik. Nichts, niente, rien, nada.
Okay. Es ist nicht so genial, wie frühmorgens mit dem Boot auf den spiegelglatten See hinausfahren, nicht so hammermäßig, wie ein Sonnenaufgang in den Bergen, aber fast. ES ist das Beste, was diese Stadt zu bieten hat. Und ich weiß, diese 20 Euronen die ich jeden Monat dafür löhne, sind die besten 20 Euros die ich jeden Monat ausgebe. Für mich und für alle Ewigkeit. Amen.
Kotz-Zensur
Freitag, 10. Mai 2013, 20:18 Uhr
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Eben wurde in Deutschland eine Operninszenierung abgesetzt. Begründung? Eine handvoll Zuschauer hatte es angeblich nicht ertragen, sich die Erschießungsszenen anzusehen.
Sie mussten sich nach der Vorstellung in ärztliche Behandlung begeben. Sagten sie.
Mich würde die Diagnose interessieren.
War es die : “Wir-wollen-jetzt-endlich-Ruhe-von-diesem-Nazischeiß-Neurose” ? Oder doch eher die “Ich-zahl-doch-den-Scheiß-und-will-endlich-mal-einen-tollen-Wagner-erleben-denn-ich-habs-verdient-Gastritis?”
Wie immer die Diagnose war: Das wird in Hinkunft richtig geil.
Ich hab schon einen Arzttermin, da ich gestern die ganze Nacht über der Spiegel-Bestsellerliste gekotzt habe.
Mein Anwalt ist auch schon informiert …
Lasst es vatern, Männer!
Donnerstag, 9. Mai 2013, 15:28 Uhr
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Eben mitbekommen, dass heute “Vatertag” sein solle. So etwas wird in unserer Redaktion gefliessentlich ignoriert. Wie der Muttertag auch.
Dass aber der Vatertag einfach klasse sein kann, zumindest literarisch, das wussten wir, nachdem wir das großartige, sehr komische, unterhaltende und wahnsinnig wahre Gedicht aus der Versschmiede von Kollege Franz Dobler lasen.
Lest und lasst es vatern, Männer!
http://www.franzdobler.de/blog/
Bestseller-Boxen
Sonntag, 5. Mai 2013, 12:22 Uhr
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Gestern wurde in RTL wieder mal die Küchenschlacht im Boxring gegeben. Unter dem anheimelnden Titel: “Doktor Eisenfaust klopft sich ein Schnitzel und verzichtet auf die Panierung.”
Ich kenn’s, und verzichte seit langem darauf, mir die Chose anzugucken, zumal es immer länger dauert, bis die diversen Schlagerstars die Nationalhymnen jedes einzelnen Zuschauers runterholleit haben; aber dies ist die eigentliche Show, nicht das Boxen.
Seltsam. Geht da überhaupt ein wirklicher Boxaficionado hin? Oder nur Leute, die endlich mal mit Uschi Glas und Boris Becker im selben Raum sein wollen? Oder Leute, die eingeladen wurden und auf die Schnittchen in der Promilaunch schwören? Ich weiß es nicht.
Aber möglicherweise verhält es sich so, wie bei den Bestsellern: Den (zum großen Teil) erbärmlich getippten Schwarten, die von lesenden Nichtlesern gekauft werden und die sich nachher in den Amazon-Rezensionen darüber ausweinen, dass sie schon wieder so blöd waren und den neuen von der “Spiegelliste” et alii, gekauft haben. Kann sein.
Es reicht nicht, Mumm zu haben, um Klitschko zu schlagen. Es reicht nicht, große Nehmerfähigkeiten zu besitzen, es reichen nicht Kraft und große Klappe, es reicht nicht Getue und Geschrei, es bräuchte die Intelligenz und Schlagkraft, das phlegmatische Temperament und die Gelassenheit eines Lennox Lewis, der damals den Vitali dem Onkel Doktor überantwortete, der jenem den Hack in der Visage wieder zusammengewifelt hat. Ist aber nirgends in Sicht. Außer vielleicht der Finne Robert Helenius. Wenn dann die Schulter wieder mal hielte.
Tja, die alten Zeiten waren immer besser. Und wer gutes Schwergewichtsboxen sehen will, schaut sich die Turniere an. 8 Mann treten im K.O.-Verfahren gegeneinander an. Jeweils 3 Runden. Der Sieger gewinnt 50 Tausender. 50′ 000. Das wird in etwa dem Preis der Schnittchen in Klitschkos Promilaunch entsprechen…
Happy birthday, Mister Willie Nelson
Dienstag, 30. April 2013, 10:04 Uhr
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Natürlich kommt er nicht nach Wien. Er war einmal da, in den neunzigern, aber das war zu einer Zeit, als es sich in der Szene noch nicht rumgesprochen hatte: “Vienna? Don’t try.”
Wer Country macht, kommt nicht an die braune Donau? Stimmt. Außer jener Country, in dem in jedem Vers truck, home und beer vorkommt, dann schon, denn dann ölt der Hausmeister aus Favoriten seinen original nachgebauten Peacemaker, setzt den Stetson auf, und “Dieseinige” stopft die Fetten in die Jeans und zwängt die Flossen in die Boots von Deichmann, nur so, für den Squaredance nach den Spareribs. That’s country, listend in Vienna.
Nicht mal Lucinda Williams, die bald eine Euro-Tour absolviert macht in Ösi-County Station, dafür im Kaufleutensaal in Zürich. Anyway.
Aber der Mann hat heute Geburtstag. Er ist 80 geworden und ein hervorragender Golfer. Er ist einer der besten songwriter ever, und das Spiel auf seiner ramponierten Martin ist einfach hammermäßig. Von seiner Crooner-stimme nicht zu sprechen. Kollege und Freund Kris Kristofferson sagte einmal: “His heroic face will be on stamps and money, and it will always represent freedom, heart, and laughter.”
So ist es. Besser könnte es in unserer Redaktion auch niemand formulieren. Wir lieben ihn einfach alle, alle, alle. Und heute, an seinem Geburtstag läuft das 3-er Album “Revolutions of time … the journey 1975*1993.
Willi we love you! Cien anos!
Happy birthday, Mister Willie Nelson!
Kehrt um
Montag, 29. April 2013, 16:53 Uhr
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Vor noch nicht allzulanger Zeit, war Deutschland anders. Der Ton. Die Debatten. Wohltuend anders. Sachlich. Eher kühl. Manchmal so lösungsorientiert wie die Schweiz. Aber das ist vorbei. Jetzt hat Deutschland die Uli Hoeneß-Steuergerechtigkeits-Debatte. Und nun geht’s flott nach oben, jetzt wird die Chose auf österreichischen Emotionalstandard gepumpt. Deutschland verösterreichert. Verze-es-ut.
Man bedient sich in der Debatte aus dem Wortschatz der Heuchler, und des Beziehungskistenknatschs bei Kalwass: Sünder, verzeihen, enttäuscht, menschlich.
62 % der Deutschen finden Hoeneß “menschlich”. No na. Was denn sonst? Tulpisch? Oder steinisch? Gar zebraisch?
Die Birnen werden weicher. Merkbar.
Hoeneß ist menschlich, weil er seinen alten Kumpel Müller nicht versumpfen ließ und ihm einen Job verschaffte? Sapperlot. Wir sind beeindruckt. Friedensnobelpreis verdächtig, sagen wir.
Für jeden anderen allerdings, eine Selbstverständlichkeit, einen Freund nicht hängen zu lassen. Zumal es den “Menschlichen” nullkommagarnichts kostet.
Ich kann mich da nur wundern. Ist es bei euch jetzt auch schon so weit? Seppldummes Emogestammel statt Fakten? Wie hier?
Ich sag’s euch: Das ist nicht schön, liebe Deutsche.
Kehrt um, solange es noch Zeit ist …