LOG (Aufzeichnungen 2008/09, Wien - Wald (AR)

Donnerstag, 14. Mai 2009

...dann trat ich den Kasten in den Tilt...

Heute habe ich eineinhalb Stunden an einem Blog geschrieben, der mich als Helden zeigt. Als Menschen, dem es ein Anliegen ist, sich für andere einzusetzen, und der deswegen auch Nachteile in Kauf nimmt. Der Autor als Kämpfer für mehr Demokratie, Transparenz und Gerechtigkeit. Gegen Kungelei, für mehr Klarsicht. Ein Mann, der, ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile, sich für das Gemeinwesen einsetzt. Jawohl. Daran habe ich geschrieben und dazwischen immer wieder mal die Wettersite von “Heiden” angesehen. Ob’s wirklich wahr sei, dass ich am Samstag in den Winter zurückkehre? Aber die Prognosenänderten sich immer mehr Richtung “Milder Winter”. Es soll also nicht ganz so schlimm werden.

Das fand ich interessanter als mein Heldenepos. Wie diese Prognosen sich beinahe stündlich ändern. Wie die Tipps der Wirtschaftsexperten. Wesentlich aufregender (leider, leider) als meine Heldengeschichte. Obschon ich darin ziemlich gut war. Aber wie gut man auch immer gut ist, es ist nicht gut genug, und vor allem ist es als Story meistens langweilig. Warum nur?

Einmal durfte ich in einem kleinen Film einen Zuhälter spielen. Ich betrat die Kneipe, meine Hure flipperte, ich sagte, jetzt komm, und sie sagte, ich flipper noch zu Ende, und ich trat den Kasten in den Tilt, trank ihr volles Glas Bier auf einen Schluck aus, fischte die Handtasche vom Stuhl und zerrte sie auf die Straße.
Das, fand ich, war nicht langweilig.
Solche Rollen hätte ich gerne noch mehr...

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